Aufbau von Datennetz
Gesundheitskarte bringt T-Systems Großauftrag

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems wird die zentrale Datenautobahn für die elektronische Gesundheitskarte aufbauen und betreiben. Sie hat den jetzt einen Vertrag über das Prestigeprojekt geschlossen.

HB DÜSSELDORF. Ein zunächst über fünf Jahre laufender Vertrag über das Prestigeprojekt sei mit der zuständigen Firma Gematik geschlossen worden, teilte T-Systems am Mittwoch mit. Zum Auftragsvolumen wollten sich die Manager nicht äußern. Die Gesundheitskarte soll die Chipkarte der Krankenkassen ablösen. Das Netz soll Arztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen in Deutschland unter einander verbinden und alle relevanten Daten schnell und sicher übertragen.

"Alle Prozesse und alle Zugänge laufen über dieses Netz“, erläuterte Hubert Haag, der bei T-Systems für den Bereich Gesundheitswesen zuständig ist. "Die Aufbauzeit für das Netz beträgt etwa ein halbes Jahr“, sagte Projektleiter Martin Los gehen soll es schon am nächsten Montag.

Die Gematik wurde von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens gegründet, um die Gesundheitskarte und die dafür nötige Infrastruktur einzuführen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren, könne aber auf bis zu zehn Jahre verlängert werden, teilte das Unternehmen mit. T-Systems übernehme auch die Verantwortung für einen Zugangsdienst zum Gesundheitsnetz und müsse die Datensicherheit gewährleisten, sagte

Das Projekt sollte ursprünglich bereits Anfang vergangenen Jahres starten. Mit der Ausgabe an die mehr als 80 Mill. Versicherten soll im zweiten Quartal 2008 begonnen werden. Mit der Karte werden zunächst nur die jährlich mehr als 700 Mill. Rezepte elektronisch ausgestellt. Der Apotheker ruft es von der Karte ab und händigt dem Patienten das Medikament aus. Später soll sie zur Patientenakte weiter entwickelt werden und neben den Basisdaten auch Untersuchungen, Medikamente und Notfalldaten speichern. Das System wird seit geraumer Zeit mit der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn See erprobt.

Experten versprechen sich vom Einsatz der Karte unter anderem Kostensenkungen, etwa indem Doppel-Untersuchungen vermieden werden. Einer Forsa-Umfrage für den IT-Branchenverband Bitkom zufolge wollen die meisten Deutschen ihre persönlichen medizinische Daten auf der Karte speichern lassen. Ärzteverbände hatten vor einer übereilten Einführung der neuen Karte gewarnt. Nach Berechnungen der Selbstverwaltung wird sie voraussichtlich bis zu 1,4 Mrd. Euro kosten.

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