Auffanggesellschaft nicht geplant
Siemens will keine BenQ-Mitarbeiter

Die Beschäftigten des insolventen Handyherstelles BenQ Mobile haben kaum Chancen auf eine Rückkehr zur ehemaligen Muttergesellschaft Siemens. Der Münchener Technologiekonzern werde die 3 000 von der Pleite betroffenen Mitarbeiter nicht unter das eigene Dach zurückholen. Dennoch sicherte das Unternehmen auf andere Weise Unterstützung zu.

jojo MÜNCHEN. Siemens sei bereit, eine Qualifizierungs- und Beschäftigungseinheit zu unterstützten. Ein solches Unternehmen auf Zeit müsste dann jedoch bei BenQ Mobile angesiedelt sein, hob der Sprecher hervor. Siemens selbst habe solche Gesellschaften bereits genutzt und gute Erfahrungen damit gemacht.

In einer Qualifizierungs- und Beschäftigungseinheit bekommen die von der Entlassung betroffenen Mitarbeiter einen Arbeitsplatz für einen bestimmten Zeitraum. Ihnen werden Fortbildungsmaßnahmen angeboten. Gleichzeitig wird ihnen bei der Arbeitssuche geholfen. Die Vermittlungsquote sei sehr hoch, hieß es.

Am Freitag haben 400 Mitarbeiter von BenQ Mobile erneut vor der Siemens-Zentrale in München demonstriert. Sie forderten den Konzern auf, Verantwortung für die Pleite von BenQ Mobile zu übernehmen und einen neuen Investor zu suchen. Außerdem verlangen sie, dass Siemens den angekündigten Hilfsfonds von 35 Mill. Euro aufstockt. Die IG Metall und der Siemens-Gesamtbetriebsrat forderten zur Unterstützung der deutschen BenQ-Mitarbeiter eine Senkung der Dividende, die im Januar ausgeschüttet wird.

Siemens hat sein Handygeschäft vergangenes Jahr an den Elektronikkonzern BenQ aus Taiwan verkauft. Die Asiaten verschmolzen die Sparte daraufhin mit dem eigenen Mobilfunkgeschäft. Die Zentrale wurde in München angesiedelt, außerdem gehört ein Werk in Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen zu dem Unternehmen.

Vor eineinhalb Wochen musste BenQ Mobile Insolvenz anmelden, weil die Zentrale in Taiwan alle Zahlungen an die deutsche Tochter eingestellt hat. BenQ waren die hohen Verluste im Handygeschäft über den Kopf gewachsen.

Wie es jetzt weiter geht, ist offen. Die besten Chancen, schnell einen Käufer zu finden, hat Inservio, die Service-Sparte von BenQ Mobile mit rund 300 Mitarbeitern. Das Unternehmen übernimmt alle Reparaturen für die BenQ-Handys und die früheren Siemens-Modelle. Spekulationen, wonach Siemens noch zusätzlich 100 Mill. Euro für Garantieverpflichtungen aufbringen müsse, hat der Konzern nicht bestätigt.

Selbst wenn sich für BenQ Mobile insgesamt ein Käufer findet, rechnen Firmenkenner mit einem kräftigen Stellenabbau.

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