Aufgestocktes Angebot sei definitiv das letzte
Oracle kämpft weiter um Peoplesoft

Die Drohung mit einer Verleumdungsklage schwebt über dem Ablauf des Übernahmeangebots. Der Streit zwischen US-Softwarekonzerns Oracle und dem Konkurrenten Peoplesoft hat sich verschärft.

HB NEW YORK. Peoplesoft-Chef Dave Duffield drohte Oracle-Chef Larry Ellison am Donnerstag mit einer Verleumdungsklage, wenn dieser weiter irreführende Behauptungen über Duffields Aktienverkäufe streue. Gleichzeitig appellierte Oracle in einem Brief an die Peoplesoft-Aktionäre, die Milliardenofferte für Peoplesoft in letzter Minute noch anzunehmen. „Wir freuen uns darauf, diese Transaktion schnell abzuschließen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen“, hieß es darin. Die optimistischen Aussichten, die die Peoplesoft-Führung veröffentlicht habe, um die Aktionäre vom Festhalten an ihren Aktien zu überzeugen, seien unrealistisch.

Duffield warf Ellison in einer Eingabe an die Börsenaufsicht SEC vor, Journalisten eine Übersicht über die Verkäufe von PeopleSoft-Aktien durch Duffield Ende 2003 zugespielt zu haben. Die Verkäufe seien aber lange geplant gewesen, um das Portfolio des Peoplesoft-Chefs breiter zu streuen, verteidigte dieser das Vorgehen. Die einzigen beiden spontanen Aktienverkäufe seien zu Gunsten einer Stiftung zur Rettung von Haustieren gewesen. Wenn Oracle die Kampagne fortsetze, ziehe er eine Verleumdungsklage in Betracht.

„Es ist jetzt an der Zeit für Sie, zu entscheiden, ob Sie unser Übernahmeangebot annehmen wollen“, hieß es in dem am Donnerstag von Oracle an die Peoplesoft-Aktionäre versandten Brief. Die Aktionäre sollten den Prognosen von Peoplesoft keinen Glauben schenken, mit denen deren Board seine Ablehnung der Oracle-Offerte begründet hatte. Sie seien - ähnlich wie die im vergangenen Herbst aufgestellten Zukunftsprognosen - nicht erreichbar. Das auf 24 Dollar je Aktie aufgestockte Angebot für Peoplesoft werde definitiv das letzte sein, bekräftigte Oracle.

Die Bar-Offerte läuft an diesem Freitag um Mitternacht (Samstag 06.00 Uhr MEZ) aus. „Wenn die Mehrheit der Peoplesoft-Aktien - rund 188 Millionen Stück - (bis dahin) nicht eingereicht wird, ziehen wir unser Angebot zurück“, hieß es in dem Schreiben weiter. Wenn die Mehrheit erreicht werde, wolle Oracle - notfalls gerichtlich - die Bedingungen aufheben lassen, mit denen die Peoplesoft-Führung die als feindlich erachtete Transaktion zu blockieren versucht. Die größten Einzelaktionäre von Peoplesoft sind uneins, ob sie ihre Aktien verkaufen sollen.

Lachender Dritter in dem Streit könnte der Marktführer bei Unternehmensplanungssoftware, die deutsche SAP, sein. SAP-Finanzchef Werner Brandt rechnet damit, dass der Konzern davon auf jeden Fall profitieren wird. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die Fusion durchgeht. Es wird eine Menge Arbeit machen, das Geschäft zu integrieren. Ich nehme an, das wird sie vier bis sechs Quartale beschäftigen“, prophezeite Brandt am Donnerstag in Barcelona. „Wenn die Transaktion nicht durchgeht, werden beide Unternehmen (Oracle und Peoplesoft) auf ihren Märkten zu kämpfen haben“, fügte er hinzu.

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