Auflagen sinken
Gedruckte Zeitung weiter unter Druck

Die gedruckte Zeitung verliert immer mehr Leser: Den deutschen Verlagen machten 2013 sinkende Auflagen und Umsätze zu schaffen. Nun hoffen sie darauf, dass mehr Nutzer auch für digitale Inhalte zahlen.
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BerlinDie deutschen Zeitungen ringen um rentable Geschäftsmodelle für die Zukunft und sehen sich dabei noch lange nicht am Ziel. Knackpunkt sei, wie man Leser im Internet dazu bringe, für journalistische Inhalte zu zahlen, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Dienstag. Die Branche sei zwar auf gutem Wege. „Aber es wird sicher noch eine Weile dauern, bis das so funktioniert, wie sich die Verlage das vorstellen“, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

Sinkende Umsätze und Auflagen setzen die Branche unter Druck. Wachsende Einnahmen über das digitale Geschäft können das bisher aber noch nicht ausgleichen. „Mit der wirtschaftlichen Situation können wir nicht zufrieden sein“, sagte Wolff. Dies stehe „diametral“ zu publizistischen Erfolgen und wachsender Reichweite.

Die gesamten Erlöse fielen 2013 um 4,4 Prozent auf rund 7,9 Milliarden Euro. Während die Einnahmen aus dem Vertrieb fast stabil blieben, sackte das Geschäft mit Anzeigen und Beilagen um knapp zehn Prozent ab. Die Gesamtauflage fiel im ersten Quartal binnen Jahresfrist um gut drei Prozent auf 21,51 Millionen Exemplare. Für 2014 rechnet BDZV-Experte Jörg Laskowski mit einem Minus von zwei bis drei Prozent. Bei den E-Paper-Ausgaben hingegen ging es zuletzt um 64 Prozent auf 560.000 nach oben. Der Gesamtumsatz dürfte eher stabil bleiben. „Ich sehe keine großen Ausschläge nach oben oder nach unten.“

Wegen sinkender Auflagen und schwindender Umsätze arbeiten die Firmen seit Jahren an Geschäftsmodellen, wie sie Zeitungen fit für die Zukunft machen und wie sie mit journalistischen Inhalten im Internet Geld verdienen können. Als Vorreiter gilt der Axel-Springer-Verlag, der seit einiger Zeit mit seinen Flagschiffen „Welt“ und „Bild“ Bezahlangebote im Internet umsetzt. Branchenweit entscheiden sich laut BDZV die meisten Nutzer auch im Netz für ein Abonnement, das im Schnitt acht Euro pro Monat koste. Daneben bieten viele Verlage zusätzlich Tagespauschalen von durchschnittlich 1,10 Euro.

Derzeit haben rund 80 von 329 Verlagen Bezahlmodelle im Netz, bis Ende 2014 könnten es nach BDZV-Schätzung 100 sein. „Das entwickelt sich alles sehr, sehr langsam“, sagte Hans-Joachim Fuhrmann, beim BDZV für Multimedia zuständig. Die Finanzierung über Werbung im digitalen Geschäft reiche nicht aus. Langfristig müssten auch journalistische Inhalte Geld einspielen. Denn im klassischen Zeitungsgeschäft werde es „keine Revolutionen“ geben: „Wir werden auf hohem Niveau weiter langsam an Printauflage verlieren.“

Deshalb müssten die Verlage neue Geschäftsfelder erschließen und sich fragen: „Was können wir mit unserer Marke sonst noch so anstellen?“ Hier experimentierten die Firmen etwa mit Reise-Angeboten, dem Verkauf von Wein oder mit einem Engagement im Bildungsbereich, sagte Fuhrmann. „Die Branche wird sich aus vielen Quellen speisen müssen.“

Die Zeitungsverleger wetterten erneut gegen den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro, obwohl sie ihren Zustellern bis Ende 2016 einen geringeren Lohn zahlen dürfen. Die Branche profitiert damit bereits als eine von wenigen Berufsgruppen von einer Ausnahme. Die Branche habe eine grundrechtlich geschützte Funktion, kritisierte BDZV-Lobbyist Wolff dennoch. Deshalb dürfe der Staat nicht unangemessen eingreifen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Absolut richtig. Man konnte z.B. die Hetze gegen eine demokratisch Partei wie die AfD in vielen Blättern nachvollziehen.

    Ich habe daher z.B. meine Tageszeitung gekündigt und lebe jetzt ziemlich gut ohne. Die Wahrheit findet man sowieso eher in den Foren.

  • Genauso ist das auch beim HB.

    Wenn jetzt aber auch hier immer mehr Artikel nicht mehr frei sind, werde ich mir wohl demnächst ein anderes Forum suchen. Die Infos die es hier gibt, gibts nämlich auch an 100 anderen Stellen im Netz - für ümme!

  • Natürlich ist das Internet MIT daran schuld das die bezahlten Auflagen sinken. Mehr noch aber sicher das alle Blätter die gleichen Inhalte bei Agenturen ungeprüft abschreiben und somit m.E. Propaganda verteilen! Das hierfür die Leser nicht mehr zahlen wollen liegt auf der Hand!

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