Auflagen zum Wettbewerbserhalt
EU gibt Telekom grünes Licht bei Telering

Der Weg ist frei für die Deutsche Telekom, das viertgrößte österreichische Mobilfunkunternehmen Telering zu übernehmen. Die EU-Kommission hat den Kauf über die Telekomtochter T-Mobile Austria nur unter Auflagen genehmigt: Der Wettbewerb in Österreich dürfe nicht gefährdet werden.

HB BRÜSSEL Wie die europäische Wettbewerbsbehörde in Brüssel mitteilte, habe die Europäische Kommission den geplanten Zusammenschluss zwischen T-Mobile Austria und Telering gebilligt. Sie stellte allerdings fest, dass die Übernahme wie im ursprünglichen Antrag vorgesehen den Wettbewerb im österreichischen Markt für Mobilfunkdienste vor allem im UMTS-Bereich erheblich beeinträchtigt hätte.

Nach dem Bericht der Wettbewerbsbehörde hätten die betroffenen Unternehmen zugesagt, UMTS-Frequenzen und Mobilfunkstandorte von Telering an kleinere Betreiber zu weiterzuverkaufen. Nachdem die Kommission noch vor kurzem mit einem Veto gegen die Übernahme gedroht hatte, sehe sie nun keine wesentlichen Behinderungen des Wettbewerbs mehr. T-Mobile Austria werde zwei vor allem 5 MHz-UMTS-Frequenzblöcke, die derzeit noch an Telering vergeben sind, an Wettbewerber mit kleineren Marktanteilen als T-Mobile abgeben müssen. Die EU-Kommission und die österreichische Telekom-Regulierungsbehörde wollen durch die Auflage den Wettbewerbsdruck für sinkende Preise erhalten.

Die geplante Übernahme soll 1,3 Mrd. Euro kosten. Um den Auflagen nachzukommen, hat T-Mobile Austria bereits einen Rahmenvertrag mit Hutchison 3G geschlossen, einem Mitbewerber auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt. Mindestens ein Frequenzblock werde an Hutchison 3G gehen. Die EU-Kommission erklärte, Hutchison werde wahrscheinlich mit niedrigen Tarifen versuchen, Kunden zu gewinnen. Nach den Worten von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sei damit der Wettbewerb auch nach der Übernahme der besonders günstigen Telering durch die T-Mobile gesichert: „Die von uns durchgesetzten Änderungen wird es den österreichischen Konsumenten erlauben, auch weiterhin von günstigen Mobilfunkangeboten zu profitieren" sagte Kroes in Brüssel. Die Kommission hatte die Übernahme einer gut siebenmonatigen Wettbewerbsprüfung unterzogen.

Wie die Kommission mitteilte, führt die Deutsche Telekom die Übernahme über ihre Tochter T-Mobile Austria durch, damit die - mit der Deutschen Telekom nicht verbundene - Telekom Austria nicht noch weitere Marktanteile verliert. Deren Tochter Mobilkom ist mit 42 Prozent Anteil derzeit Marktführer in Österreich, darauf folgen T-Mobile Austria mit 23 Prozent, One mit 18 Prozent, Telering mit 12 Prozent und Hutchison 3G mit 5 Prozent. T-Mobile Austria durch die auf ein jüngeres Publikum abzielende Tiefpreisreisstrategie des kleineren Konkurrenten Telering unter Druck geraten. Mit dem Erwerb von Telering ist die T-Mobile Austria nun mit 38 Prozent Marktanteilen dem Hauptkonkurrenten Mobilkom dicht auf den Fersen.

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