Auflagenangebot zurückgezogen
Stoiber stärkt Springer den Rücken

Der Springer-Konzern will im Tauziehen mit dem Bundeskartellamt um die Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben Sat1 nun doch nicht auf den Sender Pro Sieben verzichten. Damit ist eine Freigabe durch die Wettbewerbshüter nahezu unmöglich. Unterstützung gibt es für Springer jedoch vom bayerischen Ministerpräsidenten.

HB BERLIN. Die Axel Springer AG zog am Montag ihr Angebot an das Bundeskartellamt zurück, mit dem Verkauf von Pro Sieben die Übernahme der Medien-Gruppe Pro Sieben Sat1 Media zu ermöglichen. Eine Kartellamtssprecherin bestätigte die Rücknahme des Angebotes und sagte: „Der Stand ist jetzt wieder wie vorher.“

Gleichzeitig habe der Konzern eine Fristverlängerung bis zum 27. Januar beantragt. Springer brauche nun, wo das Angebot vom Tisch sei, offenbar mehr Zeit. Von neuen Angeboten des Konzerns habe sie jedoch bisher nichts gehört, erklärte die Sprecherin. Die Wettbewerbsbehörde werde nun bis zum 27. Januar den Fall prüfen und ihre Entscheidung fällen.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat dem Axel-Springer-Verlag unterdessen im Übernahmepoker den Rücken gestärkt. „Ein integrierter starker deutscher Medienkonzern mit Print- und elektronischen Medien ist für den Medienstandort Deutschland ein großer Vorteil“, sagte Stoiber am Montag in München. Die deutschen Medienunternehmen stünden in einem scharfem internationalen Wettbewerb und dürften gegenüber ausländischen Wettbewerbern nicht benachteiligt werden. Das sei für „die Arbeitsplätze in der gesamten deutschen Medienwirtschaft entscheidend“, warnte Stoiber. „Bayern hat größtes Interesse an einer Lösung, die Arbeitsplätze sichert sowie den Medienstandort München und Bayern stärkt und ausbaut.“

Springer hatte dem Amt vergangene Woche angeboten, den Sender Pro Sieben zu verkaufen, um die kartellrechtliche Freigabe für den Kauf der Pro Sieben Sat1 Media AG zu bekommen. Das Bundeskartellamt wollte den Kauf nur erlauben, wenn der Sender Pro Sieben vor der Übernahme verkauft werde. „Nach Prüfung dieses Vorschlags ist die Axel Springer AG zu der Auffassung gelangt, dass ein Verkauf des Sender Pro Sieben vor Vollzug der Übernahme rechtlich nicht in Betracht kommt“, hieß es jetzt dazu.

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