Aufsichtsrat kann sich nicht einigen
Niederlage für Telekom-Chef Obermann

Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hat sich am Dienstag nicht auf einen Kandidaten für das neue Vorstandsressort für Datenschutz geeinigt. Der Vorschlag von Vorstandschef René Obermann fand damit keine Mehrheit. Der Telekom-Chef wirkt derzeit recht glücklos und das Image des Unternehmens geht weiter in den Keller.

HB DÜSSELDORF. Der Bonner Konzern teilte nach der Sitzung lediglich mit, der Posten solle zeitnah besetzt werden. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, dem Kontrollgremium sei ein interner Kandidat vorgeschlagen worden, der bisherige Telekom-Chefanwalt Manfred Balz. Demnach sei er René Obermanns Favorit gewesen.

Warum Balz nicht berufen wurde, blieb zunächst unklar. Festnetz-Chef Timotheus Höttges hatte angedeutet, dass eine interne Lösung wahrscheinlicher sei als eine externe, um den Posten möglichst schnell zu besetzen.

Der Aufsichtsrat folgte aber wie erwartet dem Vorschlag von Konzernchef Rene Obermann, ein solches Vorstandsressort einzurichten, um den Datenschutz im Konzern zu verbessern. Die Zahl der Vorstandsmitglieder erhöht sich damit auf sieben. Die neue Aufgabe bündelt den Datenschutz, die Datensicherheit sowie die Bereiche Recht und Compliance, also die Kontrolle über die Einhaltung von Vorgaben im Unternehmen.

Das bringt Änderungen in den Zuständigkeiten auf Vorstandsebene mit sich: Recht war bislang bei Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick angesiedelt, für Konzernsicherheit insgesamt war Festnetzvorstand Timotheus Höttges zuständig.

Das Image des Bonner Konzerns ist durch eine Reihe von Datenpannen angekratzt. Derzeit ermitteln Staatsanwaltschaften in sieben Fällen von Datendiebstahl. Erst am Wochenende räumte die Telekom eine Sicherheitslücke im Zugriff auf die Kundendatenbank der Mobilfunktochter T Deutschland-Mobile ein. Das Leck ist aber nach Angaben des Konzerns mittlerweile geschlossen.

Unter Beschuss steht der Konzern auch wegen der im Mai bekannt gewordenen Bespitzelung von Kontakten zwischen Aufsichtsräten zu Journalisten. Die Ermittlungen dauern an. Obermann hatte auch mehr Transparenz versprochen. Im Internet will die Telekom künftig in Abstimmung mit den Behörden über kritische Datenschutzvorgänge informieren. Die Kunden sollen informiert werden, sobald Missbrauch festgestellt wird.

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