Aufsichtsrat tagt am Freitag
Intertainment steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit

Das Medienunternehmen Intertainment steht nach einer Niederlage in einem Gerichtsverfahren vor der Insolvenz.

HB MÜNCHEN. Das einst am Neuen Markt gelistete Unternehmen teilte am Donnerstag mit, das Landgericht München habe Intertainment in einem Urkundenprozess zur Zahlung von zehn Millionen Euro an die Münchener Großbank HVB verpflichtet. Wegen des Urteils befinde sich die Gesellschaft nun „in höchster Insolvenzgefahr“, hieß es. Der Aufsichtsrat werde daher am Freitag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Intertainment hatte bereits im Vorfeld erklärt, im Fall einer Niederlage bei dem Verfahren sei eine Insolvenz möglich. Das Medienunternehmen hat so gut wie keinen Geschäftsbetrieb mehr.

Bei dem Verfahren war es um einen Kredit der HVB an eine Tochtergesellschaft von Intertainment gegangen, für die das Unternehmen eine Garantie übernommen hatte. Intertainment konzentrierte sich zuletzt im wesentlichen auf Gerichtsverfahren in den USA. Dort war dem Unternehmen Schadenersatz von fast 122 Millionen Dollar von dem Filmproduzenten Franchise Pictures zugesprochen worden, allerdings meldete Franchise dann Konkurs an. Somit war unklar, wann und wieviel Geld Intertainment noch zufließen wird.

In ihren Büchern hatte Intertainment stets noch hohe Schadenersatzforderungen bilanziert. Umsatz erzielte Intertainment zuletzt aber kaum noch, und per Ende September hatte das Unternehmen nur noch liquide Mittel von 0,1 Millionen Euro in der Bilanz gehabt.

An der Börse rutschte der Kurs der Intertainment-Aktie um ein Fünftel auf 0,53 Euro ab. Einst war die Aktie über 100 Euro wert gewesen.

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