Aufspaltung im Frühjahr 2006
Viacom tritt auf der Stelle

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres konnte der amerikanische Medienriese Viacom seinen Gewinn nicht steigern. Gründe für die Stagnation waren vor allem ein mit sechs Prozent bescheidener Anstieg der Werbeerlöse sowie rote Zahlen in der Unterhaltungs-Sparte. Die angekündigte Viacom-Aufspaltung in zwei separate Unternehmen soll im ersten Quartal 2006 vollzogen werden, gab Viacom am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt.

HB NEW YORK. Der Viacom-Quartalsgewinn betrug unverändert 753,8 Mill. Dollar (613 Mio Euro). Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft stieg um sechs Prozent auf 762 Mill. Dollar. Der Quartalsumsatz legte um zehn Prozent auf 5,9 Mrd. Dollar zu.

Die Entertainment-Sparte (Paramount, Simon & Schuster, Musik- Verlagsgeschäft) verbuchte einen Verlust von 12,6 Mill. Dollar nach einem Plus von 57,1 Mill. im Vorjahr. Grund seien vor allem die hohen Marketing-Kosten für den Steven-Spielberg-Film „Krieg der Welten“ gewesen. Der Umsatz des Bereichs stieg dabei unter anderem durch hohe DVD-Erlöse um 24 % auf 879,6 Mill. Dollar.

Die Kabel-TV-Sparte mit Kanälen wie MTV oder Nickelodeon steigerte den Umsatz um 14 % auf knapp zwei Mrd. Dollar und den operativen Gewinn um 14 % auf 711,1 Mill. Dollar. Der Fernsehbereich um CBS setzte 2,02 Mrd. Dollar um (minus ein Prozent) und verdiente 439,4 Mill. Dollar (minus 16 %).

Der Viacom-Halbjahresumsatz stieg um acht Prozent auf 11,4 Mrd. Dollar. Der Halbjahresgewinn fiel auf 1,3 (1,5) Mrd. Dollar oder 83 (84) Cent je Aktie. Der Quartalsgewinn je Aktie betrug 47 (Vorjahr: 43) Cent.

Bei der Viacom-Aufspaltung werden Anteilseigner Aktien der beiden Nachfolgefirmen erhalten. Die neue Viacom erhält das rasch wachsende Kabelfernsehgeschäft, das Filmstudio Paramount Pictures, Paramount Home Entertainment und Famous Music. Sie wird keine Dividende zahlen, sondern sich auf den weiteren raschen Geschäftsausbau konzentrieren.

Die neue CBS Corporation bekommt unter anderem die Fernsehfirmen CBS und UPN, die Viacom-Fernsehstationen, die große Rundfunkfirma Infinity Broadcasting, die Freiluftwerbe-Sparte, Fernsehproduktionsfirmen, den Buchverlag Simon & Schuster und die Paramount-Freizeitparks.

Tom Freston wird neuer Viacom-Chef und Leslie Moonves übernimmt die Führung der CBS Corporation. Sie waren bisher gemeinsame Viacom- Präsidenten unter Konzernchef Sumner Redstone. Redstone (82) gibt die Viacom-Konzernführung nach der Aufspaltung auf, bleibt aber Verwaltungsratsvorsitzender beider Firmen und Großaktionär mit Kontrollmehrheit. Mit der Aufspaltung soll der Wert der Aktien gesteigert werden.

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