Aufträge des Chipausrüsters enttäuschen
ASML steigert Umsatz und Gewinn

Obwohl der niederländische Chipausrüster ASML im zweiten Quartal seinen Umsatz und Gewinn deutlicher als erwartet gesteigert hat sind die Anleger nicht zufrieden. Die Auftragslage enttäuschte sie, der Kurs der ASML-Aktien gab am Vormittag nach.

HB AMSTERDAM. Der weltgrößte Hersteller von Lithographiemsachinen rechnet für das dritte Quartal mit dem Verkauf von 38 Systemen mit einem Durchschnittspreis von rund 14,5 Mill. €. Für das zweite Quartal wies das Unternehmen 24 Aufträge aus und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten im Schnitt mit sechs Aufträgen mehr gerechnet.

Bei Gewinn und Umsatz übertraf ASML hingegen die Prognosen der Experten. Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 72 % auf 112 Mill. €. Der Umsatz kletterte um 24 % auf 763 Mill. €. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Nettogewinn von 100 Mill. € und einem Umsatz von 710 Mill. € gerechnet. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen einen Gewinn von 65 Mill. € und einen Umsatz 616 Mill. € verzeichnet.

ASML-Chef Eric Meurice wollte gegenüber Journalisten keine detaillierteren Angaben zu der Auftragslage des Unternehmens machen. Analysten zufolge wird ASML im dritten Quartal mindestens 35 neue Aufträge benötigen, um den Kurs seiner Papiere zu stützen. Die Aktie hatte seit Ende April etwa 24 % zugelegt. Der Kursanstieg gründete sich vor allem auf den steigenden Absatz von Mobiltelefonen und Computern und damit der darin verwendeten Chips, die ASML verkauft. Zu den Kunden des niederländischen Unternehmens gehören unter anderem der weltgrößte Chiphersteller Intel.

„Die Zahlen des zweiten Quartals lagen leicht über den Erwartungen, was gut ist. Der Ausblick für Q3 zeigt leicht geringere Spannen und weniger Aufträge, was enttäuschend ist“, sagte ein niederländischer Händler. „Die nächsten Quartale werden kein Kindergeburtstag. Aber ASML glaubt, den tiefsten Punkt der Auftragskurve schon im zweiten Quartal durchschritten zu haben, was die Aktien stützen sollte“, sagte Eric de Graaf vom Brokerhaus Petercam.

ASML-Chef Meurice sprach von „ermutigenden Zeichen“ für den gesamten Sektor und begründete dies vor allem mit der Auftragsaktivität zu Beginn des Quartals. Auch ein niederländischer Analyst rechnete mit positiven Nachrichten, die den Chipsektor stützen würden.

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