Auftrag für Lieferung von Chips
Infineon bestückt biometrischen Reisepass

Infineon profitiert von der Einführung neuer Reisepässe. Der Münchener Halbleiterproduzent wird die Chips für die Dokumente liefern, die ab November in Deutschland ausgegeben werden.

HB FRANKFURT. Infineon liefere außerdem ein spezielles, für Ausweise und Pässe entwickeltes Chipgehäuse, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Es werde in den neuen Pässen mit biometrischen Merkmalen eingesetzt, die die Bundesregierung ab November einführen will. Der Chip wird in den starren Umschlag der Pässe eingelassen.

Innenminister Otto Schily hatte am Mittwoch in Berlin angekündigt, in einem ersten Schritt würden neue Pässe einen Chip enthalten, auf dem ein digitales Foto vom Passinhaber gespeichert sei. Ab März 2007 sollen dann zusätzlich zwei Fingerabdrücke gespeichert werden, noch später könnte ein Scanning der Iris im Auge hinzukommen. Der SPD-Politiker sagte, die neue Technik mache Reisedokumente sicherer und die Identifizierung von Personen einfacher. Zudem verbessere sie die Personenfahndung und erleichtere den Reiseverkehr.

Bedenken von Datenschützern hatte Schily stets als unbegründet zurückgewiesen. Zu den Kritikern des Vorhandes gehört auch die FDP. Der innenpolitische Sprecher Max Stadler hatte in der „Netzeitung“ (Mittwoch) angekündigt, bei einem Regierungswechsel wolle seine Partei versuchen, die Einführung der Pässe auf europäischer Ebene zu verhindern. Die datenschutzpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Gisela Piltz, beklagte: „Der Schutz der biometrischen Daten vor Manipulation und einem heimlichen Auslesen ist keinesfalls garantiert.“

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