Auftragsproduzenten in Asien
Halbleiter-Hersteller forcieren Outsourcing

Die großen Chipfirmen ziehen sich immer stärker aus der Produktion zurück. Um weniger Geld in teure Werke stecken zu müssen, vergeben sie die Fertigung nach außen – an so genannte Foundrys. „Wir werden künftig einen deutlich höheren Foundry-Anteil haben als bisher“, sagt Wolfgang Ziebart, Chef des Münchener Chipproduzenten Infineon.

MÜNCHEN. Statt derzeit fünf Prozent sollen in bestimmten Geschäftsfeldern künftig bis zu 30 Prozent aller Chips fremd bezogen werden.

Noch weiter geht Qimonda, die ehemalige Speichersparte von Infineon. Der Börsenneuling wolle bis zur Hälfte aller Chips von Fremdfertigern beziehen, sagt Qimonda-Chef Loh Kin Wah. Dabei geht es nicht nur darum, weniger Geld für neue Maschinen auszugeben. Die Firmen werden auch flexibler. Denn wenn die Nachfrage zurück geht, brauchen sie den Foundrys einfach keine neuen Aufträge mehr zu geben. Sie müssen sich nicht darum sorgen, die eigenen Maschinen auszulasten.

Der Trend ist an sich nicht neu. Schon seit Jahren versuchen viele Halbleiteranbieter, den enormen Kapitaleinsatz zu reduzieren. Fast alle führenden Hersteller arbeiten bereits mit Foundrys zusammen. Neue Werke kosten meist eine bis zwei Mrd. Euro. Dies können sich selbst große Firmen kaum noch leisten. Dazu kommt, dass sich in modernen Fabriken auf der fortschrittlichen 300-Millimeter-Technologie mehr Chips produzieren lassen, als die meisten Anbieter verkaufen können. Deshalb forcieren die Konzerne momentan das Outsourcing.

„Wir haben bisher viel zu stark in eigene Fertigungsstätten investiert“, sagt Otto Kosgalwies, Produktionsvorstand von ST Microelectronics (STM). Das französisch-italienische Unternehmen will den Anteil der Investitionen im Verhältnis zum Umsatz in den nächsten Jahren jetzt deutlich senken.

Die Konzerne profitieren davon, dass immer mehr Fabriken in Asien um genau solche Aufträge kämpfen. Der Wettbewerb zwischen großen, etablierten Auftragsfertigern wie TSMC, UMC oder Chartered und jungen Anbietern wie SMIC ist knallhart. Das sorgt für günstige Konditionen für die Auftraggeber. „Die Foundrys tun alles, um ihre teuren Maschinen auszulasten“, sagt Infineon-Chef Ziebart.

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