Auktionshaus kehrt zurück zum Kerngeschäft
Ebay reicht Scheidung von Skype ein

Die Ehe von Skype und Ebay stand unter keinem guten Stern - jetzt steht die Partnerschaft vor der Scheidung. Ebay will den Telefondienst als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Doch die Gründer von Skype könnten das mit einer Klage verhindern. Droht jetzt der Rosenkrieg?

DÜSSELDORF. Es gibt Hochzeiten, bei denen das frisch vermählte Paar glücklich strahlt, während die Freunde sich fragen: "Was will sie denn mit dem?" Das Gegenstück in der Welt der Firmenehen heißt Ebay und Skype. Im September 2005 kaufte das Online-Auktionshaus den Web-Telefondienst für irrwitzige 2,6 Mrd. Dollar. Eine "einzigartige Online-Handels-Technik für Käufer und Verkäufer" werde entstehen, jubelte die damalige Ebay-Chefin Meg Whitman. Und bei Skype hieß es, nun werde man "die Stimme des Internets".

Um das Paar herum stand die Finanzwelt und wunderte sich: "Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich kratze mich am Kopf", sagte damals Ken Smith vom Finanzverwalter Munder. Keine vier Jahre später steht die Ehe von Ebay und Skype vor der Scheidung: In der Nacht zum Mittwoch kündigte Ebay an, seinen Ableger in der ersten Hälfte 2010 an die Börse zu bringen. Skype sei ein "fantastisches eigenständiges Geschäft mit guter Grundlage", behauptet Ebay-Chef John Donahoe.

Schon am Wochenende kursierten Gerüchte, die Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis wollten ihr Baby zurückkaufen - doch anscheinend gelang es ihnen nicht, genug Kapital herbeizuschaffen.

Möglicherweise können sie einen Skype-Börsengang aber verhindern. Grund: Als Ebay das Online-Telefonunternehmen kaufte, erwarben der Konzern nach Meinung von Zennström und Friis nicht alle Rechte an der grundlegenden Technik. Die stammt von der Dateitauschbörse Kazaa, die Zennström und Friis vor Skype gegründet hatten. Und anscheinend hat Ebay beim Kauf von Skype nur gewisse Nutzungsrechte auf Basis einer Lizenz erworben. Joltid, die gemeinsame Firma von Zennström und Friis sieht die Lizenzrechte verletzt und hat Klage eingereicht, die Ebay vor zwei Wochen mit einer Gegenklage konterte. Sollten die Gerichte diese Prozesse annehmen, droht ein langer Rechtsstreit um viel Geld - und der könnte angesichts des hohen Risikos einen Börsengang auf lange Zeit verhindern.

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