Aus für deutsche Produktion
Epcos wird Tantal-Sparte los

Der Bauelemente-Spezialist Epcos ist seine defizitäre Tantal-Kondensatorensparte losgeworden. Der US-Konzern Kemet übernimmt das Geschäft für insgesamt 86,5 Mill. Euro. Durch den Verkauf an den US-Konkurrenten Kemet verlieren rund 150 in der Tantal-Sparte beschäftigte Mitarbeiter des Elektronikteile-Herstellers ihren Arbeitsplatz.

HB MÜNCHEN. Zugleich erklärte Epcos, die Fertigung von Tantal-Kondensatoren im Werk in Heidenheim bei Ulm werde eingestellt, Kemet wolle nur den Standort im portugiesischen Evora weiterführen. Insgesamt arbeiten in Heidenheim 600 Menschen für Epcos. „Durch den Verkauf unseres Tantal-Geschäfts haben wir die größte Verlustquelle im Unternehmen beseitigt“, sagte Epcos-Chef Gerhard Pegam am Dienstag in München. Eine Sanierung aus eigener Kraft wäre kostspielig und langwierig gewesen und hätte doch keine führende Marktposition gesichert.

Aus dem Verkauf erwartet das Unternehmen einen Geldmittelzufluss von 70 Mill. Euro, den Rest steckt Epcos in den Stellenabbau in Heidenheim und die Übernahme von Schulden des Werks in Evora. Allerdings muss im vierten Quartal 2005 eine Buchwert-Abschreibung von 46 Mill. Euro vorgenommen werden. Von einem raschen Vollzug des seit Oktober ins Auge gefassten Verkaufs an Kemet hatte Pegam abhängig gemacht, ob die zuletzt verlustträchtige Epcos im laufenden Geschäftsjahr wieder in die schwarzen Zahlen kommen könne.

Tantal-Kondensatoren werden unter anderem in der Automobilelektronik und in Handys eingesetzt. Da die Teilchen Standardprodukte sind, gibt es seit Jahren Überkapazitäten und hohen Preisdruck. Der Einstieg in das Geschäft mit neuartigen Tantal-Polymer-Kondensatoren gelang Epcos zudem nicht so schnell wie geplant. „Eine Sanierung der Tantal-Aktivitäten aus eigener Kraft wäre sowohl langwierig und kostspielig gewesen, hätte aber voraussichtlich dennoch keine führende Marktposition gesichert“, erklärte Epcos.

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