Aus von Google News in Spanien
„Die großen Verlierer werden die Medienhäuser selbst sein“

Die geplante Einstellung von Google News sorgt in Spanien für Besorgnis. Die spanische Internetgemeinde sieht besonders auf Medienhäuser Nachteile zukommen. Mit dem Aus verlieren Verlage Zugriffe auf ihre Internetseiten.
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MadridIn Spanien ist die Internetgemeinde besorgt über die dort geplante Einstellung von Google News. "Die großen Verlierer werden die Medienhäuser selbst sein", teilte der Verband der Internetnutzer am Freitag mit. Mit dem Verschwinden ihrer Nachrichten aus der Suchmaschine Google gingen den Verlagen Zugriffe auf ihre Internetseiten verloren.

Der US-Internetkonzern Google hatte am Mittwoch angekündigt, seinen Nachrichtendienst in Spanien am Sonntag einzustellen. Das Unternehmen reagierte damit auf ein neues spanisches Gesetz zum geistigen Eigentum, das im Januar in Kraft tritt. Google-News-Chef Richard Gingras erklärte, das Gesetz verpflichte spanische Medien, "Geld für die kleinsten Schnipsel" zu verlangen, die von Diensten wie Google News gezeigt würden - "ob sie wollen oder nicht". Da Google News selbst kein Geld verdiene und keinerlei Werbung zeige, sei die Neuerung "einfach nicht mehr tragbar".

Obwohl das Gesetz in Spanien "Google-Steuer" genannt wird, sind davon auch andere Anbieter betroffen, die Nachrichten verlinken, etwa Yahoo. Trotz Warnungen des spanischen Verlegerverbands AEDE vor negativen Auswirkungen durch das Ende von Google News will das spanische Kultusministerium an dem Gesetz festhalten. Die Informationsfreiheit werde dadurch nicht behindert, hieß es. Die neue Regelung ist Teil eines neuen Gesetzes zum Urheberrecht, das vom spanischen Parlament im Oktober verabschiedet worden war.

Google liegt auch in anderen europäischen Ländern mit Verlagen im Streit, die ihm Missbrauch seiner Marktmacht vorwerfen und Geld für die Nutzung ihrer Inhalte verlangen. In Deutschland hatten Ende Oktober mehrere große Verlage im Streit über die Darstellung von Artikel-Ausschnitten vorläufig eingelenkt. Hintergrund ist das umstrittene Leistungsschutzrecht. Es sieht vor, dass Verlage von Suchmaschinenbetreibern und Nachrichtensammelseiten Geld fordern dürfen, wenn diese Textfragmente oder Texte aus Produkten der jeweiligen Verlagshäuser anzeigen. Unklar ist aber unter anderem, ab welcher Textlänge Vergütungsansprüche bestehen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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