Ausbau des Zeitungskonzerns
Mecom übernimmt Berliner Zeitung

David Montgomery, Chef der Mecom Group, kauft nicht nur weiter fleißig zu, sein Unternehmen übernimmt nach dem Einstieg bei der Berliner Zeitung nun dort auch die Kontrolle. Durch die Expansionen hält Montgomery an seinem Kurs fest, einen europäischen Zeitungskonzern aufzubauen.

dih LONDON. David Montgomery ist beim Aufbau eines europäischen Zeitungskonzerns einen weiteren großen Schritt vorangekommen. Der Chef der britischen Mecom Group bereitet nach einem Doppelschlag am Freitag weitere Zukäufe vor und verdoppelt dafür das Aktienkapital seiner börsennotierten Holding. Er glaube fest an die Zukunft der Zeitung, sagte der ehemalige Chef des britischen Pressekonzerns Mirror Group. Auch im Internetzeitalter hätte die Zeitung eine gute Chance, eine dominierende Rolle zu spielen.

In Deutschland übernimmt Mecom eineinhalb Jahre nach dem Einstieg in den Berliner Verlag die Kontrolle über das Unternehmen. Für 163 Mill. Euro wird die Holding die 75 Prozent des Finanzinvestors Veronis Suhler Stevenson kaufen und damit ihren Anteil auf 90 Prozent aufstocken. Für die restlichen zehn Prozent werde man den Einzelaktionären aus dem Management ein Angebot machen, kündigte Mecom an.

In den Niederlanden steigt Mecom mit knapp 24 Prozent in den Regionalzeitungsverlag Wegener ein. Das kostet 159 Mill. Euro. Auch hier würde Montgomery gerne weiter aufstocken. Darüber würden schon bald Gespräche beginnen, teilte ein Sprecher von Wegener mit.

Im vergangenen Sommer hatte Montgomery mit dem Kauf der Mediensparte des norwegischen Orkla-Konzerns für fast eine Milliarde Euro seinen bisher größten Schlag getan. Die Mecom-Gruppe verkauft jetzt 25 Millionen Zeitungen in der Woche, bedient 1,6 Mill. Abonnenten und kommt auf einen Jahresumsatz von 1,5 Mrd. Euro.

Zugleich mit den beiden Akquisitionen kündigte Mecom eine Kapitalerhöhung um 100 Prozent an, von der ein Teil bereits vorplatziert sei. Der Börsenwert der am Londoner Wachstumsmarkt Aim notierten Gruppe würde sich damit auf umgerechnet knapp 1,7 Mrd. Euro verdoppeln. Nach den beiden Übernahmen und dem Rückkauf einer Anleihe bleiben aus der Kapitalerhöhung noch mehr als 400 Mill. Euro für weitere Zukäufe übrig.

Mecom bewertet den Berliner Verlag nach eigenen Angaben inklusive Schulden mit 320 Mill. Euro. Die Bewertung entspricht dem mehr als 16-fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Der Verlag habe im Jahr 2006 bei einem Umsatz von 141 Mill. Euro ein Ebitda vor Holding-Ausgaben und außerordentlichen Kosten von 20 Mill. Euro erwirtschaftet, teilte Mecom mit.

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