Ausblick enttäuscht Börsianer
Microsoft überrascht und enttäuscht

Der amerikanische Softwarekonzern Microsoft hat zwar die Ergebniserwartungen der Wall Street im ersten Quartal seines Geschäftsjahres übertroffen. Zugleich enttäuschte der Konzern jedoch die Börsianer mit seiner Umsatzprognose für die nächsten drei Monate. Im nachbörslichen Handel sackte der Kurs deshalb zunächst um etwa ein Prozent ab.

NEW YORK. Mit einem Gewinn von 0,35 Cent je Aktie übertraf Microsoft die Erwartungen der Analysten um 4 Cent. Das Ergebnis stieg von zuvor 3,14 auf 3,48 Mrd. Dollar. Auch auf der Erlösseite überraschte der weltweit größte Softwareanbieter positiv. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 10,8 Mrd. Dollar. Analysten führten das gute Abschneidern vor allem auf das Geschäft mit Serversoftware zurück. Die Zuwächse hier konnten das langsamere Wachstum beim Betriebssystem Windows und beim Office-Programm mehr als auffangen.

Microsoft hat in den vergangenen Jahren bei den Serverprogrammen stark aufgeholt und seinen Konkurrenten Oracle und IBM Marktanteile abgejagt. Das Unternehmen steckt mehr als zwei Mrd. Dollar jährlich in die Entwicklung der Software, die zum Betrieb von Computernetzwerken benötigt wird.

"Das Quartalsergebnis wäre noch besser ausgefallen, wenn Microsoft die neue Windows-Version Vista schon ausgeliefert hätte", sagte Matt Kelmon, Analyst bei der Investmentgesellschaft Klemoore in Palo Alto, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Viele Kunden haben sich mit dem Kauf von Windows-Programmen zurückgehalten und warten auf das neue Produkt.

Microsoft wird Vista Anfang nächsten Jahres auf den Markt bringen. Analysten reagierten überrascht, dass der Konzern mit seiner Umsatzprognose hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieb. So rechnet Microsoft im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres mit einem Erlös zwischen 11,8 und 12,4 Mrd. Dollar. Die Investmentgesellschaft Piper Jaffrey hatte mit einem Umsatz von bis zu 13,3 Mrd. Dollar gerechnet. Andere Experten wiesen jedoch darauf hin, dass das nächste Quartal eine "Übergangsphase" sei.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
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