Ausgliederung der Speicherchips
Infineon erschafft „Qimonda“

Infineon macht seine Ankündigung wahr und gliedert seine Speicherchipsparte als eigenständiges Unternehmen aus. Das passiert schon zum 1. Mai. Getauft wird die neue Firma auf „Qimonda“. Der Kunstname hat eine tiefere Bedeutung.

HB MÜNCHEN. Bereits zwei Monate früher als geplant gehe die 100-Prozent-Tochter von Infineon an den Start, teilte Konzernchef Wolfgang Ziebart am Freitag in München mit. Als nächsten Schritt bevorzuge Infineon einen Börsengang. Der Sitz des neuen Unternehmens mit seinen weltweit rund 12 000 Mitarbeitern werde weiterhin in München sein.

Infineon-Chef Ziebart führte aus, die Mitte November beschlossene Trennung in zwei separate Unternehmen sei zügig vorangekommen, so dass die ursprünglich für 1. Juli geplante Aufspaltung vorgezogen werden konnte. „Durch die strategische Neuausrichtung stärkt Infineon deutlich seine Wettbewerbsposition“, betonte der Vorstandschef.

„Als globales Unternehmen, das in vielen Ländern tätig ist, haben wir uns für einen Namen entschieden, der in allen Sprachräumen und Kulturkreisen funktioniert“, sagte der designierte Qimonda-Chef Kin Wah Loh am Freitag. Der Name erlaube unterschiedliche Assoziationen in unterschiedlichen Sprachen. „Qi“ stehe für fließende oder atmende Energie, meinte Loh. Die Kombination aus dem englischen Wort „key“ und dem lateinischen „mundus“ werde dagegen in der westlichen Welt intuitiv als „Schlüssel zur Welt“ verstanden. Ähnlich intensiv waren die Gedanken bei der Wahl des Logos. Violett stehe als Grundfarbe des neuen Logos für Führung, hieß es. Dagegen betonten die anderen Farben, die kursive Schrift, die runde Form des Logos und seine „sich impulsiv ausbreitende Form“ die Werte von Qimonda: „kreativ, leidenschaftlich und schnell zu sein.“

Infineon gliedert die Computerchip-Produktion aus, weil das Geschäft stark schwankt. In guten Zeiten sorgte es für hohe Gewinne, in schlechten Phasen riss es immer wieder Milliardenlöcher in die Kassen. Die Speichersparte lieferte zuletzt rund 40 Prozent des Umsatzes von rund 6,8 Mrd. Euro. „Mit der Ausgliederung entsteht das weltweit führende kreative Speicherunternehmen“, sagte Ziebart. Der restliche Konzern will sich künftig auf das profitablere und stabilere Geschäft mit so genannten Logikchips konzentrieren, die in Autos, Handys oder Chipkarten eingesetzt werden.

Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens wird der bisherige Chef der Speichersparte Loh, den Ziebart Ende 2004 in den Infineon-Vorstand holte. Loh sagte: „Wir sind zuversichtlich, dass das neue Unternehmen das richtige Rezept für nachhaltiges profitables Wachstum hat.“ Loh kündigte laut Redemanuskript an, er sei überzeugt, dass die Profitabilität des neuen Unternehmens in Zukunft steigen werde. Im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005, das am 30. September endete, habe Qimonda rechnerisch bei einen Umsatz von 2,83 Mrd. Euro ein Betriebsergebnis (Ebit) von 122 Mill. Euro erzielt.

Vom 1. Mai an werden Infineon und Qimonda als eigenständige Unternehmen am Markt auftreten. Das neue Speicherunternehmen wird zunächst aber eine 100-Prozent-Tochter von Infineon sein. Ein Börsengang ist nach Einschätzung in Branchenkreisen frühestens im Herbst möglich. Die Aufnahme an der Börse in den USA ist geplant.

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