Auskunft über Hintermänner Facebook verschärft Regeln für Polit-Werbung und schmeißt weitere Firma raus

Politische Parteien müssen in Zukunft Ross und Reiter nennen, wenn sie bei Facebook Anzeigen schalten wollen. Zudem wird AggregateIQ suspendiert.
Update: 07.04.2018 - 13:11 Uhr Kommentieren
In Zukunft muss klar werden, wer für politische Werbung auf Facebook bezahlt hat. Das sieht eine neue Richtlinie vor, die für mehr Transparenz sorgen soll. Quelle: AFP
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In Zukunft muss klar werden, wer für politische Werbung auf Facebook bezahlt hat. Das sieht eine neue Richtlinie vor, die für mehr Transparenz sorgen soll.

(Foto: AFP)

Menlo ParkFacebook verschärft nach der Kontroverse um Propaganda aus Russland seine Regeln für Polit-Werbung. Wer sie schalten will, muss künftig Identität und Standort bestätigen. Bereits im vergangenen Oktober hatte Facebook dieses Verfahren für eindeutige Wahlwerbung eingeführt. Seitdem hat sich die Diskussion um Datenmissbrauch bei Facebook weiter zugespitzt. Jetzt wird es auf Werbung mit politischem Hintergrund insgesamt ausgeweitet, wie das Online-Netzwerk am Freitag ankündigte. Dabei kann es sich beispielsweise um als Werbung verbreitete Botschaften zu kontroversen Themen wie Einwanderung oder Spannungen zwischen politischen und sozialen Gruppen handeln.

Bei solcher Werbung soll künftig auch transparent gemacht werden, wer für sie bezahlt hat. Die Neuerungen werden zunächst in den USA eingeführt und sollen in den kommenden Monaten auf den Rest der Welt ausgeweitet werden. Außerdem werden sich Betreiber von Facebook-Seiten mit vielen Fans ebenfalls bei dem Unternehmen verifizieren müssen. Für das Verfahren werde Facebook „tausende“ weitere Mitarbeiter einstellen, hieß es.

Das Online-Netzwerk hat zudem eine weitere Firma suspendiert, die eine Rolle beim Brexit-Referendum gespielt hatte. Bei dem kanadischen Datenanalyse-Anbieter AggregateIQ hatten die Befürworter des Austritts Großbritannien aus der Europäischen Union mehrere Millionen Pfund ausgegeben. Ein Facebook-Sprecher erklärte am Wochenende, Auslöser für die vorläufige Suspendierung seien jüngste Berichte über Verbindungen zwischen AggregateIQ und der Muttergesellschaft der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, SGL.

Die neuen Schritte allein „werden nicht alle stoppen, die versuchen, das System hereinzulegen“, schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg. „Aber sie werde es für alle stark erschweren, das zu machen, was die Russen im Wahlkampf 2016 getan haben, und gefälschte Profile und Seiten für Anzeigen zu nutzen.“ Die von Russland aus agierende Gruppe Internet Research Agency hatte im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 in großem Stil mit Einträgen von gefälschten Profilen politische Spannungen in den USA geschürt und für den am Ende siegreichen Donald Trump agitiert. Zuckerberg verwies auf anstehende wichtige Urnengänge unter anderem in den USA, Mexiko, Brasilien, Indien und Pakistan.

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  • dpa
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