Auskunfts-Dienstleister erzielt Rekordgewinn und expandiert im Ausland
Telegate drängt ins Firmenkundengeschäft

Deutschlands zweitgrößte Telefonauskunft geht neue Wege. „Wir wollen unser Firmenkundengeschäft deutlich ausbauen“, sagte gestern Telegate-Chef Andreas Albath in München. So werde der Auskunftsdienstleister seine Call-Center auch anderen Unternehmen öffnen. Zudem werde Telegate die Datenvermarktung forcieren und eine Branchenauskunft ähnlich den Gelben Seiten aufbauen.

jojo MÜNCHEN.Bislang hat Telegate sein Geld mit der klassischen Telefonauskunft unter der Nummer „11880“ verdient. Als Nummer zwei hinter dem früheren Monopolisten Deutsche Telekom ist das Wachstum in diesem Bereich aber begrenzt. Deshalb will sich das Münchener Unternehmen nun neue Einnahmequellen erschließen.

Darüber hinaus baut Telegate das Geschäft im Ausland aus. Die Expansion in England und den USA ist zwar gescheitert. Doch jetzt versucht sich Telegate in Spanien, Italien und Frankreich. Derzeit kommen noch mehr als zwei Drittel aller Einnahmen aus Deutschland. Bis in zwei Jahren solle aber jeder zweite Euro im Ausland erwirtschaftet werden, sagte Albath.

Das Geschäft mit der Telefonauskunft lohnt sich: Vergangenes Jahr kletterte der Umsatz um mehr als ein Fünftel auf 167,4 Mill. Euro. Das Ergebnis stieg um mehr als das Dreifache auf den Rekordwert von 26,4 Mill. Euro. Für das laufende Jahr wollte Albath zwar keine genaue Prognose abgeben. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern solle aber wie 2004 bei rund 31 Mill. Euro liegen.

Telegate klagt vor dem Landgericht Köln gegen die Telekom wegen überhöhter Kosten für Telefondaten. Die Münchener fordern 70 Mill. Euro. Allerdings rechnet die Firma mit einem mehrjährigen Verfahren.

Die Börse nahm die guten Zahlen gestern erfreut auf. Der Aktienkurs kletterte in einem stagnierenden Markt um mehr als drei Prozent auf 13,80 Euro. Im vergangenen Frühjahr war das Papier zeitweise auf weniger als neun Euro abgerutscht.

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