Auslagerung befürchtet
Verdi bangt um 60 000 Telekom-Stellen

Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will die Deutsche Telekom zur Personalkostensenkung deutlich mehr Beschäftigte in ausgegliederte Töchter stecken als bislang bekannt.

HB BONN. „Wir gehen derzeit von etwas mehr als 60 000 Betroffenen aus“, sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder am Donnerstag in Bonn. Schröder ist auch Vizechef des Telekom-Aufsichtsrats. Die Telekom wies die Darstellung zurück. Es bleibe dabei, dass rund 45 000 Service-Mitarbeiter der Festnetzsparte T-Com in konzerneigene Gesellschaften ausgliedert werden sollen. Die Gewerkschaft will in den kommenden Wochen ihren Widerstand gegen die Pläne verschärfen und den Vorstand notfalls mit Warnstreiks an den Verhandlungstisch zwingen.

Ein Großteil der nun ebenfalls betroffenen Beschäftigten entfällt nach Angaben Verdis auf organisatorische und verwaltende Bereiche von Service und Technik. Bisher sei nur davon die Rede gewesen, dass es Mitarbeiter mit Kundenkontakt treffen soll - also Techniker im Außendienst oder Callcenter-Mitarbeiter. Die Gewerkschaft kommt nun auf eine Zahl von rund 61 000 Betroffenen.

Bekannt seien zudem Absichten zum Verkauf der DeTe Immobilien und weiterer Gesellschaften, betonte Verdi. Hinzu kämen Gesellschaften wie die für die Rundfunktechnik zuständige Media Broadcast, die Medienberichten zufolge verkauft werden soll. Damit könnten rund 13 000 Beschäftigte künftig nicht mehr zum Konzern gehören, sagte Schröder.

„Die 60 000 sind aus der Luft gegriffen“, sagte ein Telekom-Sprecher. Es bleibe bei der Zahl von über 45 000. „Diese Mitarbeiter sollen zwar etwas weniger verdienen und etwas mehr arbeiten, aber dafür sichere Arbeitsplätze erhalten.“ Die Telekom betrachtet die Personalkosten als einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Ende Januar hatte sie die Gewinnprognose für 2007 gesenkt. Bis 2010 will die Telekom bis zu fünf Mrd. Euro einsparen, um konkurrenzfähiger zu werden.

Zur Aufsichtsratssitzung am 28. Februar würden über 10 000 Verdi-Mitglieder vor der Konzernzentrale in Bonn demonstrieren, kündigte Schröder an. Danach seien Warnstreiks nicht ausgeschlossen. Die Gewerkschaft werde damit notfalls versuchen, den Vorstand an den Verhandlungstisch zu zwingen. Sollte die Verhandlungen nicht vorankommen, sei mit weiteren Arbeitsniederlegungen zu rechnen. Zeitpunkt und Umfang möglicher Streiks nannte Verdi nicht.

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