Auslagerung in „T-Service“
Telekom-Verhandlungen über Konzernumbau vertagt

Die Deutsche Telekom und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben in der dritten Verhandlungsrunde über den geplanten Konzernumbau keine Annäherung erzielt. Die nächsten Gespräche sollen nun am Montag stattfinden. Wut und die Empörung der Beschäftigten über die Pläne sind laut Gewerkschaft groß. Doch die Telekom-Führung bleibt hart.

HB KÖNIGSWINTER. Zu Details der Verhandlungen wollte sich die Telekom nicht äußern. Eine Verdi-Sprecherin sagte, die Gespräche hätten keine erkennbaren Fortschritte gebracht.

Der Bonner Konzern will 50 000 Beschäftigte in Gesellschaften unter dem Namen „T-Service“ auslagern, um seine Kosten zu senken und die Servicequalität zu verbessern. Verdi hält die Auslagerung der Mitarbeiter für ungeeignet, um den Telekom-Service zu verbessern, und will das Management zu umfassenden tariflichen Zusagen bewegen. Die Telekom will aber nicht von ihrem Angebot abweichen, das Ausgleichsleistungen für geforderte Mehrarbeit und geplante niedrigere Gehälter vorsieht.

Zum konkreten Gesprächsinhalt machten die beiden Parteien keine Angaben. Es sei überwiegend über Verfahrensfragen gesprochen worden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Telekom-Vorstand Karl-Gerhard Eick hatte sich vor den Verhandlungen noch optimistisch gezeigt. „Ich gehe davon aus, dass die juristischen Spiegelgefechte ein Ende haben und wir zu den wesentlichen Punkten kommen.“ Das Unternehmen habe von der Gewerkschaft Signale erhalten, dass Verdi inhaltliche Gespräche führen wolle.

Die Tarifparteien hatten bereits in den zwei vorherigen Verhandlungsrunden keine Annäherung erzielt. Die Telekom hatte daher notfalls mit einem Alleingang bei der Umstrukturierung gedroht. Vor der dritten Verhandlungsrunde hatte sich die Telekom kompromissbereit gezeigt. „Das Verhandlungsangebot der Telekom liegt unverändert auf dem Tisch“, sagte Eick.

Die Verhandlungen waren am Donnerstag von Warnstreiks begleitet worden. Nach Gewerkschaftsangaben haben sich daran 8000 Beschäftigte beteiligt. „Die Wut und die Empörung der Beschäftigten sind groß. Sie befürchten, dass sie die Rechnung für jahrelanges Missmanagement zahlen müssen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder, der auch im Aufsichtsrat des Bonner Konzerns sitzt. Eick kritisierte die Protestaktionen: „Kein Streik löst Probleme oder sichert Arbeitsplätze.“

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