Auslandsexpansion
Springer nimmt Schweiz ins Visier

Der Medienkonzern Axel Springer will expandieren. Offenbar prüft das Berliner Zeitungshaus den Erwerb der weltweiten Fernsehprogrammzeitschriften (Tele, TVvier) des Schweizer Verlagshauses Ringier. Das steht in seinem Heimatmarkt unter Druck.

DÜSSELDORF / ZÜRICH. Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, „Welt“) strebt offenbar eine weitere Expansion in der Schweiz an. Das Berliner Zeitungshaus spricht nach Angaben von Insidern über den Erwerb der weltweiten Fernsehprogrammzeitschriften (Tele, TVvier) des Schweizer Verlagshauses Ringier. Eine Springer-Sprecherin wollte Spekulationen um den Zukauf der Programmzeitschriften nicht kommentieren. Auch der Zürcher Verleger Michael Ringier gibt sich wortkarg. „Wir kommentieren Gerüchte grundsätzlich nicht“, sagt er und schweigt.

Das Schweizer Verlagshaus steht in seinem Heimatmarkt unter Druck. Es ist dort dabei seine Führungsposition als Verlag an die Tamedia-Gruppe zu verlieren. Und: „Für Springer macht eine Expansion in der Schweiz Sinn“, sagte am Analyst Michael Schatzschneider von der Commerzbank. „Wir erwarten aber eher eine Aquisition im elektronischen Bereich.“

In der Schweiz wurden in den vergangenen Wochen Gerüchte laut, Springer wolle Ringier sogar komplett übernehmen. Der „Bild“-Konzern hat daran aber kein Interesse: „Es wird keine Übernahme stattfinden“, sagte eine Springer-Sprecherin auf Anfrage.

Ein Verkauf von Konzernteilen durch Ringier an Springer wäre dagegen keine Überraschung. Erst vor wenigen Tagen haben Ringier und Springer ein Geschäft abgeschlossen. Der Schweizer Verleger, der in Deutschland die Zeitschriften „Cicero“ und „Monopol“ herausgibt, hat die Abonnenten der Wirtschaftszeitung „Cash“ an Springer verkauft. Ringier wird die Schweizer Wirtschaftszeitung Ende Juni einstellen. Das Multimediaprojekt „Cashdaily“ aber, ein Partner des Handelsblatts, soll dagegen weiter ausgebaut werden. Zu dem Projekt gehören Fernsehen im Internet, ein so genanntes Livepaper sowie Audio- und Videoübertragungen.

Der Schweizer Markt ist auf Grund seiner wirtschaftlichen Kraft für Investoren attraktiv. Springer hatte erst vor einem halben Jahr das Schweizer Verlagshaus Jean Frey für 87 Mill. Euro erworben. Die gemessen am Umsatz zehntgrößte Verlagsgruppe in der Schweiz ist vor allem mit dem führenden Wirtschaftsmagazin „Bilanz“, der zweiwöchentlichen Publikumszeitschrift „Beobachter“ und der Fernsehzeitschrift „TV Star“ stark.

Springer ist seit langem auf dem Schweizer Markt präsent. Der „Bild“-Konzern gibt die „Handelszeitung“ in der Schweiz heraus. Die knapp 50 000 Abonnenten von „Cash“ erhalten nun das Angebot, eine der Springer-Zeitungen zu beziehen.

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