Auslandstitel in den schwarzen Zahlen
Zeitungsgeschäft beflügelt Springer-Gewinn

Der größte deutsche Zeitungskonzern Axel Springer hat trotz eines anhaltend schwierigen Inlandsmarktes gestützt auf sein Kerngeschäft seinen Wachstumskurs fortgesetzt und deutlich mehr verdient.

HB FRANKFURT. „Wir haben bei neugegründeten Objekten kräftige Auflagen- und Anzeigenzuwächse verbucht und die Anlaufkosten nachhaltig gesenkt“, erläuterte Vorstandschef Mathias Döpfner am Dienstag. So habe die Boulevard-Zeitung „Fakt“, die Springer 2003 in Polen auf den Markt gebracht hatte, im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Die vor rund einem Jahr gegründete Programmzeitschrift „TV DIGITAL“ bringe es mittlerweile auf 1,5 Mill. Exemplare und damit auf Platz drei im hochpreisigen Segment der 14täglichen Programmzeitschriften.

„Unsere Strategie greift“, sagte Döpfner in einer Telefonkonferenz. In den vergangenen 18 Monaten gründete der Verlag 24 Titel, überwiegend im Ausland. Dieses Volumen sei jedoch 2005 nicht annähernd beizubehalten. Aber Springer werde den Weg der Neugründungen und Neulizenzen weiter gehen. Seit März bietet der Verlag in Spanien „Audio Video Foto Bild“ an. In Russland brachte Springer das Design- und Stylemagazin „Wallpaper“ auf den Markt und gibt ab Sommer für den Kabelanbieter Kabel Deutschland eine spezielle Ausgabe seiner Programmzeitschrift „TV DIGITAL“ heraus, die sich an Kunden des Abonnement-Pakets „Kabel Digital Home“ richtet. Begleitet von Werbemaßnahmen soll zudem die kleinformatige Tageszeitung „Welt Kompakt“ verstärkt verbreitet werden. Gemeinsam erreichten die Tageszeitung „Die Welt“ und „Welt Kompakt“ im ersten Quartal eine Auflage von 222 000 Exemplaren und brachten der „Welt“ damit eine Auflagensteigerung von zehn Prozent.

Zu seinen Planungen bezüglich des Anteils am größten deutschen TV-Konzern ProSiebenSat.1 äußerte sich Döpfner weiter nicht. An den strategischen Optionen habe sich nichts geändert. Döpfner hatte immer gesagt, Springer strebe entweder eine strategische Beteiligung von 25,1 % an oder wolle sein Paket von rund zwölf Prozent verkaufen. Döpfner sagte jedoch, der Verlag sei selbstverständlich bereit, für Neuinvestitionen Fremdkapital aufzunehmen - im marktüblichen Rahmen.

Wie Springer mitteilte, stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) im ersten Quartal um 17,6 % auf 80,7 Mill. €. Das Kerngeschäftsfeld Zeitungen und Zeitschriften, das 92 % des Konzernumsatzes ausmacht, habe Umsatz und Ergebnis deutlich erhöht. Den Konzernumsatz hielt Springer mit 578,7 (Vorjahr: 577,2) Mill. € in etwa stabil. Unter dem Strich verbuchte der Verlag einen Gewinn von 47,6 (28,4) Mill. €.

„Zur Steigerung der Vertriebserlöse um 2,7 % auf 288 Mill. € trugen die neugegründeten Titel im In- und Ausland maßgeblich bei“, erläuterte das Unternehmen. Die Anzeigenumsätze legten um 1,6 % auf 229,9 Mill. € zu. Die übrigen Erlöse sanken jedoch um 9,7 Mill. € auf 60,8 Mill. €. Döpfner bekräftigte die Prognose für 2005, wonach Springer ein leichtes Umsatzplus erwartet, sofern sich die neuen Titel erfolgreich entwickeln und die Anzeigenmärkte wachsen. Das Ebita soll ebenfalls leicht über dem bereinigten Vorjahreswert liegen.

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