Ausscheiden zum 1. Juli im Gespräch
Infineon-Chef Ziebart steht vor dem Rücktritt

Anleger und Aufsichtsräte fordern ein schnelles Ende der Führungskrise beim Chipkonzern Infineon. "Infineon hat insgesamt ein Führungsproblem, das gelöst werden muss", sagte Infineon-Aufsichtsrat Wigand Cramer von der IG Metall dem Handelsblatt. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte die aktuelle Hängepartie. Nach Informationen aus Branchenkreisen steht Infineon-Chef Wolfgang Ziebart kurz vor dem Rücktritt.

Die Börsen-Zeitung hatte berichtet, Ziebart verlasse das Unternehmen bereits Ende Mai. Nach Handelsblatt-Informationen ist dagegen ein Rücktritt zum 1. Juli im Gespräch. Ein Konzern-Sprecher wollte die Spekulationen nicht kommentieren. Ziebart selbst ist derzeit in den USA, um einen Vortrag zu halten.

Infineon macht seit Jahren Verluste. Zudem gibt es Streit um die richtige Strategie. So wurde Ziebart auch aus dem Aufsichtsrats vorgeworfen, dass die Trennung von der Speicherchiptochter Qimonda zu langsam vorankomme. Zudem gab es Rückschläge bei der Sanierung der lange verlustreichen Mobilfunksparte.

Im Umfeld des Unternehmens wurde kritisiert, dass Ziebart durch die gezielt gestreuten Informationen beschädigt werden solle. In jedem Fall müsse schnell Klarheit geschaffen werden, forderte Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt von der DSW. "Das Unternehmen ist derzeit in einer schwierigen Situation, da braucht es eine klare Führung." Die Hängepartie müsse ein rasches Ende finden. Laut Branchenkreisen gibt es derzeit noch keinen Nachfolger für Ziebart. Daher ist im Gespräch, dass Vorstandsmitglied Peter Bauer vorübergehend die Führung übernimmt.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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