Ausschreibungen
Telekom schnürt Pakete für Partner von T-Systems

Kurz vor der Aufsichtsratsitzung am kommenden Donnerstag herrscht immer noch Unsicherheit über die künftige Ausrichtung der Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, T-Systems. Konzernkreise berichten, es gebe noch keinen konkreten Plan, wie die neue Partnersuche für den Bereich aussehen solle.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Zudem stehe noch nicht fest, wer neuer Chef der Geschäftskundensparte werden solle. Telekom-Chef René Obermann wolle dem Aufsichtsratvorsitzenden Klaus Zumwinkel in den kommenden Tagen eine „Short List“ mit Kandidaten für den Chefposten bei T-Systems vorlegen. Darauf stehe auch der ehemalige Vodafone-Vorstand Thomas Geitner. Er gelte als Favorit, noch sei die Suche nach einem neuen Geschäftskundenvorstand aber nicht abgeschlossen. Es gilt deshalb als unwahrscheinlich, dass der Aufsichtsrat bereits am Donnerstag über die Personalie abstimmt. Ein Telekom-Sprecher wollte sich zu dem Zeitplan nicht äußern und sagte nur: „Wir kommen bei der Suche voran.“

Schleppender läuft die Suche nach einem Partner für den Geschäftskundenbereich. Obermann hatte im März zunächst verkündet, dass er für das komplette Großkundengeschäft nach einem strategischen Partner Ausschau halte. Die Mittelstandskunden sollten bei der Telekom verbleiben.

Wie das Handelsblatt Anfang August berichtete, sucht der Konzernchef jetzt nur noch für Teile des Großkundengeschäfts einen Partner: die Entwicklung neuer Anwendungen und die Systemintegration. Derzeit arbeiten dort rund 18 000 Programmierer.

Grund für die Kehrtwende sind offenbar Probleme bei der Partnersuche. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick betonte kürzlich zwar, es habe genügend mögliche Abnehmer gegeben, räumte aber ein: „Bei Gesprächen lernt man immer etwas dazu.“ Aus dem Umfeld des Konzerns heißt es, kein strategischer Interessent habe den gesamten Großkundenbereich haben wollen, sondern jeweils nur Teile daraus.

Eine Ausnahme bildeten nur Finanzinvestoren. „Private-Equity-Häuser haben nach wie vor Interesse, sowohl an dem gesamten Bereich, als auch an Teilen daraus“, sagte Arndt Rautenberg von der Management-Beratung OC & C. Eine solche Partnerschaft ist bislang offenbar aus zwei Gründen gescheitert: Zum einen scheut die Telekom mit dem Bund als größtem Aktionär einen Verkauf an Finanzinvestoren, die in der personell üppig besetzten Sparte sicher stark kürzen würden. Zum zweiten hat die Telekom einen strategischen Partner gesucht, der ihren Ansatz mitträgt, Geschäftskunden sowohl Telefon- als auch IT-Services aus einer Hand anzubieten.

Dem Aufsichtsrat will Obermann am Donnerstag die neue Ausrichtung für die Partnersuche vorstellen. In Konzernkreisen heißt es, noch sei aber unklar, wie die Ausschreibungen genau aussehen sollten. Offenbar sucht Obermann mehrere Partner für Teilbereiche. So hätten sich etwa die beiden IT-Dienstleister Accenture und EDS nur für die Anwendungsentwicklung des Bereichs Automotive interessiert. Überlegt werde deshalb, den Auto-Bereich getrennt auszuschreiben. Die Telekom hoffe, so höhere Erlöse zu erzielen, weil Partner dann genau das bekämen, was sie wollten und nicht Teile übernehmen müssten, mit denen sie nichts anfangen könnten. Unklar ist bislang auch, wie der Rest von T-Systems, der in der Hand der Telekom verbleibt, innerhalb des Konzerns aufgehängt werden soll. Offenbar sollen Teile des Geschäftskundenbereichs bei der Konzernzentrale angesiedelt werden, wiederum andere Teile in der Sparte T-Systems verbleiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%