Ausstieg beim Netzwerkausrüster
Siemens kappt Verbindung zu NSN

Siemens-Chef Peter Löscher wird eine weitere Problemsparte los: Er verkauft die Beteiligung am kriselnden Netzwerkausrüster NSN an den bisherigen Partner Nokia. Der hofft auf das Geschäft mit dem Datenturbo LTE.
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MünchenSiemens hat nach zahlreichen erfolglosen Anläufen doch noch einen Käufer für seine Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks gefunden. Der bisherige Partner Nokia übernimmt NSN komplett und zahlt für den 50-prozentigen Siemens-Anteil 1,7 Milliarden Euro, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

Mehrfach hatte Siemens versucht, sich von dem 2007 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen zu trennen, das im vergangenen Jahr gut 13 Milliarden Euro Umsatz machte. Doch Finanzinvestoren winkten wiederholt ab. In den Augen vieler Experten bleibt NSN trotz seiner dritten Sanierungsrunde und des Abbaus tausender Stellen ein Problemfall. Die Einschnitte hatten NSN zwar drei Quartale in Folge in die Gewinnzone gebracht, zuletzt zeigte das Unternehmen nach einem Umsatzknick allerdings wieder Schwäche und kam gerade auf eine schwarze Null.

„Mit dem Verkauf unseres NSN-Anteils treiben wir die Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, sagte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser. NSN werde auch nach dem Verkauf stark in Deutschland vertreten sein, die NSN-Führungsmannschaft um CEO Rajeev Suri bleibe an Bord, teilten die beiden Partner mit.

Siemens

Siemens Ergebnis*

1. Quartal 2013 nach Sparten, in Mio. Euro


( mit der Maus über die Grafik fahren)


NSN habe einen „klaren strategischen Fokus“ und sei als führender Anbieter bei Mobilfunknetzen der nächsten Generation (LTE) etabliert, erklärte Nokia-Chef Stephen Elop. Die geschäftliche und finanzielle Entwicklung habe sich strukturell verbessert. Mit diesen Entwicklungen sei Nokia sehr zufrieden.

Nokia zahle bei Abschluss der Transaktion 1,2 Milliarden Euro in bar, für die restlichen rund 500 Millionen Euro gewähre Siemens dem verlustträchtigen Handyhersteller ein besichertes einjähriges Darlehen, erklärten die beiden Unternehmen. Die Komplettübernahme von NSN durch Nokia muss noch von den Behörden genehmigt werden und soll im dritten Kalenderquartal abgeschlossen werden.

Siemens hinkt bei Profitabilität hinter den wichtigsten Konkurrenten wie ABB und General Electric her und musste zuletzt die eigenen Prognosen immer wieder senken. Firmenchef Peter Löscher will sich daher von Randbereichen trennen. So wurde zuletzt die verlustbringende Solarsparte geschlossen, kleinere Sparten sollen verkauft werden und die Lichttochter Osram wird in der kommenden Woche (8. Juli) an die eigenen Aktionäre abgegeben. Die WirtschaftsWoche berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, dass im Sektor Energy insgesamt rund 1700 Stellen gestrichen werden sollen. Neben den Standorten Erlangen und Offenbach trifft es demnach auch Mülheim an der Ruhr, wo Siemens Dampfturbinen baut. Dort sollen rund 140 Stellen wegfallen, heißt es aus Arbeitnehmerkreisen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ausstieg beim Netzwerkausrüster: Siemens kappt Verbindung zu NSN"

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  • Statt sinvoll zu Investieren, kauft Löscher völlig überteuert immer hinzu, um danach noch weniger zu Investieren. Dann dieses Geschäft zum Randgeschäft zu erklären und abstoßen.

  • Nomen ist Omen! Löscher loscht halt Siemens aus! Mittlerweile fragt man sich, was kann und macht eigentlich Siemens noch. Jedenfalls ICEs kann Siemens schon nicht merh bauen. Die Sparte dürfte dann das nächste Geschäftsfeld von Siemens sein, dass abgestoßen wird. Löscher erfüllt voll die Aufgaben seines Auftraggebers "GE".

  • In welchen Geschäftsfeldern will man sich zukünftig betätigen? Siemens hat in den letzten 20 Jahren nur abgebaut: IT, Kommunikationstechnik, Software.... Die konventionellen Techniken allein (Haushaltsgeräte, Turbinen, Lokomotiven) haben nur noch begrenzte Wachstumschancen.

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