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Ausstieg: WAZ-Gruppe steigt bei „Krone“ aus

Die WAZ-Gruppe verhandelt über einen schnellen Ausstieg beim österreichischen Massenblatt „Kronenzeitung“. Offenbar aus Angst, auch in Österreich Opfer der Werbekrise auf dem Medienmarkt zu werden, will die Essener Verlagsgruppe ihr Engagement im Nachbarland zurückfahren.

von Stefan Menzel und Hans-Peter Siebenhaar
Die WAZ-Gruppe will bei Österreichs "Kronenzeitung" aussteigen. Quelle: ap
Die WAZ-Gruppe will bei Österreichs "Kronenzeitung" aussteigen. Quelle: ap

WIEN/DÜSSELDORF. „Die Gespräche mit der Familie Dichand, aber auch mit Anderen laufen auf Hochtouren“, sagte WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach dem Handelsblatt. Bis Herbst, so berichten es Beteiligte, soll jetzt der Ausstieg abgeschlossen sein.

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Damit bestätigte die WAZ erstmals ihre Ausstiegspläne. Der Anteil der Essener an der mit einer Auflage von knapp drei Millionen Exemplaren größten österreichischen Zeitung soll nach Angaben aus Branchenkreisen rund 200 Mio. Euro wert sein. Beim Einstieg 1987 hatte die WAZ nach damaligen Branchenangaben umgerechnet 100 Mio. Euro gezahlt.

Die Verlegerfamilie Dichand äußerst sich zu einem möglichen Verhandlungsergebnis nicht. „Die Familie gibt dazu keine Stellungnahme ab", sagte eine Sprecherin der „Kronenzeitung“.

Die WAZ-Gruppe hält die Hälfte der Anteile an dem Blatt. Die anderen 50 Prozent an der Boulevardzeitung sind im Besitz der Verlegerfamilie Dichand. Das Verhältnis zwischen dem Medienkonzern aus dem Ruhrgebiet und der Familie ist seit Jahren zerrüttet. Erst im Herbst gewann Hombach vor dem Bundesgerichtshof gegen Michael Dichand. In dem langen Rechtsstreit über Vorwürfe wegen angeblicher Mauscheleien beim Bau eines Privathauses siegte Hombach in letzter Instanz (BGH VI ZR 65/08).

Die Gespräche mit Dichand und anderen österreichischen Interessenten über einen Ausstieg führt der Essener Anwalt und Bevollmächtigte der WAZ-Gesellschaftergruppe Funke, Stephan Holthoff-Pförtner, zusammen mit Hombachs Geschäftsführer-Kollegen Christian Nienhaus. „Für unseren Anteil interessieren sich sowohl Investoren als auch Unternehmen aus Österreich“, sagte Hombach. Genauere Angaben macht der frühere SPD-Minister nicht.

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