Ausstrahlungsrechte
ARD und ZDF streiten mit belgischem Kabelanbieter

Die Fronten sind verhärtet im Streit von ARD und ZDF mit dem belgischem Kabelanbieter um Ausstrahlung. Belgacom wirft ihnen überzogene Vergütungsanforderungen vor. Das ZDF nennt die Haltung des Konzerns „inakzeptabel“.
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BrüsselIm Streit über die Ausstrahlung von ZDF und ARD in Belgien gehen die Gespräche trotz verhärteter Fronten weiter. Belgiens größter Telekommunikationskonzern Belgacom warf den öffentlich-rechtlichen Sendern am Dienstag vor, sie hätten für die Bereitstellung ihres Programms überzogene Vergütungsforderungen gestellt. Mitte Mai hatte Belgacom die beiden deutschen Sender aus seinem Angebot gestrichen.

In einer ZDF-Mitteilung vom Dienstag hatte Intendant Thomas Bellut die Haltung des belgischen Unternehmens „inakzeptabel“ genannt. ARD und ZDF sähen keine Bereitschaft zur Einigung bei der Belgacom, hieß es.

Der belgische Kabelbetreiber verteidigte sich. „Belgacom wollte die Sender ARD/ZDF niemals aus seinem Angebot nehmen“, erklärte das Unternehmen der dpa. „Allerdings haben diese beiden Sender ihr [der Belgacom] keine andere Wahl gelassen, als dies zu tun.“

ARD und ZDF hätten „unzumutbare Bedingungen“ gestellt und „in einem sinnvollen Zeitrahmen keinen einzigen konstruktiven Vorschlag“ gemacht. Die Gespräche mit den deutschen Sendern gingen aber weiter. Belgacom sei dabei, ein „letztes Angebot“ vorzubereiten, sagte Belgacom-Sprecherin Frédérique Verbiest.

Beide Seiten werfen einander mangelnde Kompromissbereitschaft vor. In der ZDF-Mitteilung hieß es: „Während die deutschen Sender zu weitreichenden Zugeständnissen bereit waren, verweigert Belgacom jetzt aber jede Suche nach einem Kompromiss, indem die Zahlung von angemessenen Lizenzentschädigungen für die nächsten beiden Jahre komplett abgelehnt wird.

Das hochprofitable Unternehmen verweist dabei auf budgetäre Gründe.“ Belgacom-Sprecherin Verbiest wies dies zurück: Ihr Unternehmen habe mehrere Vorschläge gemacht und dabei auch Geld für die Ausstrahlung angeboten.

Zuschauer in Belgien müssten zudem nicht auf deutschsprachiges Fernsehen verzichten, erklärte Verbiest. Belgacom habe weiterhin RTL, SAT 1 und Pro 7 im Angebot. Via Satellit, per Livestream im Internet, bei anderen belgischen Anbietern sowie zum Teil in den Grenzregionen sind ARD und ZDF auch weiter verfügbar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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