Ausverkauf Qimonda wird scheibchenweise zerlegt

Für Qimonda läuft der Ausverkauf an. Insolvenzverwalter Michael Jaffé verkauft die Beteiligung an einem Solarzellenwerk in Portugal; der Verkauf markiert das Ende einer vor einem Jahr mit viel Hoffnung begonnenen Partnerschaft. Für Qimonda geht die Suche nach einem Investoren unvermindert weiter.
  • Dirk Müller-Thederan
Blick in die Qimonda-Chipherstellung im portugiesischen Vila do Conde. Quelle: dpa

Blick in die Qimonda-Chipherstellung im portugiesischen Vila do Conde.

(Foto: dpa)

DRESDEN. Eine Mehrheitsbeteiligung des insolventen Speicherchipherstellers an einem Solarzellenwerk in Portugal wurde nun an eine Gruppe portugiesischer Investoren veräußert. Ein Konsortium aus sieben Firmen übernimmt den 51-prozentigen Anteil von Qimonda an der Firma Itarion. Das gab Joint-Venture-Partner Centro-Solar bekannt. Damit sei die Fortführung von Itarion und der Aufbau einer neuen Fertigungsstätte bei Porto gesichert, teilte Centro-Solar mit.

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, allerdings dürfte er nicht allzu hoch sein. Das Investitionsvolumen lag dem Vernehmen nach in einem niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Für Qimonda markiert der Verkauf der Itarion-Anteile das Ende einer vor einem Jahr mit viel Hoffnung begonnenen Partnerschaft: Denn die Infineon-Tochter wollte mit dem Einstieg ins Solargeschäft unabhängiger vom volatilen Speicherchipmarkt werden. Doch die sich auftürmenden Verluste durch den Preisverfall bei Halbleitern ließen Qimonda und seine rund 4 600 Mitarbeiter an den Standorten Dresden und München Mitte Januar den Weg in die Insolvenz antreten.

Die Suche nach einem oder mehreren Investoren läuft seit Monaten ohne Ergebnis. Der Freistaat Sachsen macht eine Hilfe der öffentlichen Hand auch davon abhängig, schon weil ihm das EU-Wettbewerbsrecht enge Grenzen setzt.

Für Insolvenzverwalter Michael Jaffé ist der Verkauf eine "positive Entwicklung" mit Blick auf die Interessen der Gläubiger. "Es ist ein Erfolg im derzeitigen Marktumfeld, die Beteiligung an potente Investoren zu verkaufen", sagte sein Sprecher dem Handelsblatt. Ansonsten sei die Situation bei der Suche nach Investoren "unverändert": "Die Bestrebungen gehen unvermindert weiter, eine Lösung zu finden, ganz oder in Teilen", erklärte er. Das chinesische Staatsunternehmen Inspur wolle weiter im Gespräch bleiben, auf eine Reaktion aus Russland warte man noch immer. Am 16. Juni will Jaffé die Gläubiger über den Stand der Investorensuche informieren.

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