Auswirkungen des Korruptionsskandals
Siemens-Nokia-Projekt verzögert sich wegen Affäre

Wegen der Schwarzgeldaffäre bei Siemens verzögert sich das geplante Gemeinschaftsunternehmen des Konzerns mit Nokia.

HB MÜNCHEN. „Nokia Siemens Networks wird voraussichtlich nun im ersten Quartal 2007 die Geschäfte starten - anstatt Januar 2007 wie bislang erwartet“, teilten beide Konzerne am Donnerstag mit. Vor Abschluss der Transaktion werde Siemens eine Überprüfung seiner internen Geschäftspraktiken (compliance) vornehmen, an der sich auch Nokia aktiv beteiligen werde. Beim Aufbau ihres gemeinsamen Telefonnetz-Unternehmens hätten die Partner gute Fortschritte gemacht.

Mitte Juni hatte sich die Siemens AG mit der Nokia Oy darauf geeinigt, ihre Sparte Communications (Com) in ein Gemeinschaftsunternehmen namens Nokia Siemens Networks einzubringen. Vor wenigen Tagen hatten Siemens-Manager allerdings bereits die Befürchtung geäußert, dass das Vorhaben wegen der Korruptionsaffäre scheitern könnte.

Nokia will ungeachtet der Bestechungsvorwürfe und trotz der Verschiebung an dem Joint Venture festhalten. Nokia-Sprecherin Arja Suominen bestätigte dem Handelsblatt, dass es weiterhin eine „industrielle Logik“ der Zusammenlegung der beiden Mobilfunknetz-Sparten gibt. „Daran hat sich überhaupt nicht geändert“, sagte sie am Donnerstag abend und betonte, dass Nokia und Siemens weiterhin „ein perfektes Paar“ seien.

Nokia wolle jetzt jedoch zunächst „verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist und dann zusehen, dass so etwas niemals mehr geschehen kann“, wie die Sprecherin betonte. Für diesen Auswertungsprozess benötige man etwas mehr Zeit, deshalb hätten beide Unternehmen beschlossen, die formale Bildung des Joint Ventures zu verschieben. Ungeachtet dessen soll die Integrationsarbeit aber weiter laufen. „Wir gehen dann im ersten Quartal noch besser vorbereitet an den Start“, so die Nokia-Sprecherin.

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