Autoradio- und Navigationsgeräte-Hersteller
Hitachi strebt nach Kontrolle über Clarion

Japans größter Elektronikkonzern Hitachi greift nach dem heimischen Autoelektronik-Unternehmen Clarion. Die Kontrolle über die Firma will sich Hitachi umgerechnet gut 150 Mill. Euro kosten lassen. In dem Geschäftsfeld hat Hitachi große Pläne.

HB TOKIO. Hitachi will seinen Anteil von derzeit 14 Prozent auf etwas mehr als die Hälfte des Aktienkapitals ausbauen, wie die Firma am Mittwoch mitteilte. Die Angebotsfrist für die Clarion-Aktionäre laufe ab dem 25. Oktober. Hitachi-Präsident Kazuo Furukawa stellte klar, dass keine vollständige Übernahme geplant sei. Dennoch sei dies theoretisch möglich. Clarion ist ein bekannter Hersteller von Autoradios und Navigationsgeräten, stellt daneben aber auch Rückfahrkameras, Lautsprecher und Audiozubehör für Boote her.

Laut Analysten benötigt Clarion nach der Lockerung der Geschäftsbeziehungen zu Nissan dringend einen finanzstarken Partner. Hitachi wiederum verspricht sich durch die Übernahme einen Umsatzschub in einem boomenden Markt – und das zu Zeiten, in denen der Konzern für das Gesamtjahr rote Zahlen erwartet. In den kommenden fünf Jahren rechnet Furukawa mit einem Anstieg der Erlöse im Autobereich um 70 Prozent auf dann 1 Billion Yen. Der Konzernumsatz beträgt derzeit 9,5 Billionen Yen.

Furukawa betonte, Hitachi plane derzeit nicht, weitere Autozulieferer zu kaufen. Dennoch fachte die Ankündigung Spekulationen an, auch andere Autoelektronik-Hersteller wie Kenwood könnten zum Übernahmeziel werden. Die Aktien von Kenwood zogen kräftig an.

Konkret bietet Hitachi 230 Yen je Clarion-Aktie, was einem Aufschlag von mehr als 50 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag entspricht. Clarion-Papiere verteuerten sich daher am Mittwoch deutlich und erreichten die Obergrenze für den täglichen Kursanstieg von 33 Prozent. Hitachi-Titel gaben in einem schwächeren Gesamtmarkt etwas nach.

Die Stärkung des Fahrzeuggeschäfts ist ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Goldman-Sachs-Analyst Ikuo Matsuhashi. Allerdings habe das Unternehmen einen langen Weg vor sich, „bevor es ein hochprofitabler Hersteller von Fahrzeugteilen wie Denso ist.“

Nach einer möglichen Übernahme soll Clarion weiterhin an der Börse notiert sein und als Tochterunternehmen von Hitachi fungieren.

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