Axel Cäsar Springer
Der Widersprüchliche

Zum 100. Geburtstag von Axel Cäsar Springer präsentiert Arte ein grandioses Filmporträt des Verlegers. Lobgesänge und bestellte Wahrheiten finden sich dort nicht. Dafür aber die Wortmeldungen auch unbequemer Zeitzeugen.
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FrankfurtWer ist Axel Cäsar Springer? Grandioser Verleger, politischer Visionär, legendäres Feinbild, charismatischer Frauenliebling? „Er war voller Widersprüche. Sein Maß war Übermaß“ sagt seine letzte Ehefrau Friede Springer, die heutige Mehrheitsaktionärin des Medienkonzerns Axel Springer. Sein wichtigster Biograph, der Historiker Hans-Peter Schwarz, bestätigt: „Es war ein Unikat, reich an Begabungen, ein Bündel an Widersprüchen.“

Am 2. Mai feiert der Konzern mit einem großen Fest den 100. Geburtstag von Axel Cäsar Springer. Seine Witwe und Vorstandschef Mathias Döpfner lassen Max Raabes Palastorchester in Ullstein-Halle am Berliner Axel-Springer-Platz 1 für die 800 geladenen Gäste aufspielen. Es wird viel diskutiert werden. Denn selbst 27 Jahre nach seinem Tod polarisiert der „Bild“-Erfinder noch heute. Kein anderer Medienunternehmer hat die Republik so gespalten wie der Verlegersohn aus Hamburg-Altona.

Die drei preisgekrönten Autoren Sebastian Dehnhardt, Manfred Oldenburg und Jobst Knigge haben zum 100. Geburtstag ein imposantes Filmporträt über Axel Cäsar Springer geschaffen, das den Verleger, das Feindbild und den Privatmann analysiert. Die 90-minütige Dokumentation „Drei Leben: Axel Springer“ hat am morgigen Dienstag, 1. Mai, auf Arte um 20.15 Uhr ihre Premiere. Das filmische Psychogramm wird am Mittwoch, 2. Mai, um 0.30 Uhr im ZDF wiederholt.

Noch nie zuvor, wurde Springer so detailliert und kenntnisreich für das Fernsehen porträtiert, wie in dieser Dokumentation der konzernunabhängigen Filmproduktionsgesellschaft Broadview TV („Klitschko“, „Der Kniefall des Kanzlers“). Der Film korrigiert die noch immer vorherrschende Wahrnehmung, es sei dem „größten Zeitungsverleger aller Zeiten“, so sein langjähriger Weggefährte Peter Tamm, nur um die publizistische und ökonomische Macht gegangen, um die Gesellschaft zu manipulieren.

„Diese Sicht war uns viel zu eindimensional“, sagt Filmautor Sebastian Dehnhardt. „Er war ein Mensch mit vielen Gesichtern, innerlich zerrissen und voller Widersprüche.“ In vielen, schnell hintereinander geschnitten Bildern und in zahlreichen Interviews zeichnet das Autorentrio ein komplexes Bild eines politisch ambitionierten Ausnahmeunternehmers.

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