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18.12.2006 
Konzern will RTL überholen

Axel Springer behält Pro Sieben Sat 1

von H.-P. Siebenhaar

Trotz der Übernahme der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 durch KKR und Permira gibt das Verlagshaus Axel Springer seine Beteiligung nicht auf. Dies ermöglicht dem Printkonzern in naher Zukunft wahrscheinlich einen erneuten Übernahmeversuch. Eine mögliche Liberalisierung des Kartellrechts lässt Springer hoffen.

Der Axel Springer Verlag hält an seiner Beteiligung an der Pro Sieben Sat 1 Media AG fest. (Quelle: dpa)Lupe

Der Axel Springer Verlag hält an seiner Beteiligung an der Pro Sieben Sat 1 Media AG fest. (Quelle: dpa)

DÜSSELDORF. Europas größter Printkonzern Axel Springer hält vorerst an seiner Beteiligung an Pro Sieben Sat 1 fest – daran ändert auch die Übernahme der Sendergruppe durch die Finanzinvestoren KKR und Permira nichts. „Wir werden uns mit den neuen Mehrheitsgesellschaftern kurzfristig zusammensetzen und dann prüfen, wie wir handeln“, sagte eine Springer-Sprecherin. Der Verlagskonzern hält derzeit zwölf Prozent der Aktien an der Pro Sieben Sat 1.

Der Kauf von Pro Sieben Sat 1 durch KKR und Permira ist offenbar ganz nach dem Geschmack des „Bild“-Konzerns. „Das ist ein Glücksfall. Es ist der optimale Ausgang des Verkaufsverfahrens“, hieß es in Konzernkreisen. Die Freude hat einen ganz einfachen Grund: Durch den Verkauf an Finanzinvestoren eröffnet sich für Springer vielleicht schon in wenigen Jahren die Möglichkeit, nochmals eine Übernahme des größten deutschen Fernsehkonzerns zu versuchen. Denn im Gegensatz zu strategisch handelnden Konzernen verkaufen Finanzinvestoren ihre Beteiligung nach wenigen Jahren wieder.

Springer scheiterte im Februar am massiven Widerstand des Kartellamts und der Medienkommission KEK. Vorstandschef Mathias Döpfner wollte die Sendergruppe für 2,45 Mrd. Euro übernehmen.

Nun kann Springer aber auf eine Liberalisierung des Kartellrechts hoffen. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte, das Recht müsse an die Globalisierung angepasst werden, damit deutsche Unternehmen nicht benachteiligt würden. „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig mit unserem Kartellrecht, das nur auf Deutschland abzielt und die internationalen Wirtschaftsbeziehungen nicht ausreichend berücksichtigt“, sagte der CSU-Vorsitzende dem Magazin „Spiegel“.

Zudem steht im April ein Wechsel an der Spitze des Kartellamts an. Behördenchef Ulf Böge, der in der Medienbranche als Intimfeind von Döpfner gilt, wird durch Bernhard Heitzer ersetzt. Der 57-Jährige ist bisher der oberste Exportkontrolleur in Deutschland.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Es ist ganz klar unser Ziel, Nummer eins in Europa zu werden“

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