Axel Springer Medienkonzern investiert ins Digitalgeschäft

Axel Springer hat im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn dank des boomenden Internetgeschäfts gesteigert. 2016 will der Konzern weiter in die Expansion der digitalen Plattformen investieren.
Update: 03.03.2016 - 08:45 Uhr
Bei dem Medienkonzern boomt das Internetgeschäft. Quelle: dpa
Axel Springer

Bei dem Medienkonzern boomt das Internetgeschäft.

(Foto: dpa)

BerlinDer Axel-Springer-Verlag hat im vergangenen Jahr dank des boomenden Internetgeschäfts Umsatz und Gewinn gesteigert. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) kletterte binnen Jahresfrist um 10,2 Prozent auf 559 Millionen Euro, wie der Medienkonzern am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Konzernumsatz des Herausgebers von „Bild“ und „Welt“ erhöhte sich um 8,5 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro. Dies lag etwas über der eigenen Zielsetzung und entsprach weitgehend den Erwartungen von Analysten. Die Aktionäre sollen wie zuletzt eine Dividende von 1,80 Euro je Aktie bekommen.

Für 2016 rechnet das Management mit einer Zunahme der Gesamterlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Vorstand um Konzernchef Mathias Döpfner gehe davon aus, „dass der geplante Anstieg der Werbeerlöse den Rückgang der Vertriebserlöse und der übrigen Erlöse überkompensieren wird“. Der operative Gewinn dürfte im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Ziel sei es, „weiter in die beschleunigte Expansion der digitalen Geschäftsmodelle zu investieren“. Im Fokus stünden das Wirtschafts- und Finanznachrichtenportal „Business Insider“, die Nachrichtenplattform Upday sowie die mobile US-Einkaufsplattform Retale. Zudem wolle Springer das Wachstum beim Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet und bei den digitalen Abos der journalistischen Bezahlangebote vorantreiben.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

Konzernchef Döpfner gab sich zufrieden: „Axel Springer ist heute einer der weltweit reichweitenstärksten Digitalverlage.“ Das Unternehmen verlagert sein Geschäft immer mehr ins Internet und ins Ausland. Das digitale Geschäft trug 2015 rund 62 Prozent zum Umsatz bei und 70 Prozent zum Gewinn, der Anteil an den gesamten Werbeerlösen kletterte auf 80 Prozent. Der Anteil des Auslandsgeschäfts stieg auf knapp 48 Prozent der gesamten Erlöse.

Größter Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet - etwa Auto-, Job- und Immobilienportale. Bei diesen Rubrikenangeboten sprang der Gewinn um gut 40 Prozent auf 305 Millionen Euro nach oben

  • rtr
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