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09.12.2008 
Verlage

Axel Springer sagt alle Medienfeste ab

Sparkurs beim Medienkonzern Axel Springer: 2009 soll es keine Feste oder populäre Shows wie die "Goldene Kamera" oder das "Goldene Lenkrad" geben. Vorstandschef Mathias Döpfner will so Entlassungen oder die Einstellung unrentabler Zeitschriften vermeiden.

Offenbar ist auch Springer stärker vom schwachen Anzeigenmarkt betroffen als noch vor wenigen Monaten vermutet. Foto: APLupe

Offenbar ist auch Springer stärker vom schwachen Anzeigenmarkt betroffen als noch vor wenigen Monaten vermutet. Foto: AP

HB DÜSSELDORF. Der Medienkonzern Axel Springer verzichtet 2009 auf alle Feste. Von den Sparmaßnahmen betroffen sind auch populäre Shows wie die "Goldene Kamera" oder das "Goldene Lenkrad". Mit dieser Maßnahme will Vorstandschef Mathias Döpfner einen Personalabbau oder die Einstellung unrentabler Zeitschriften verhindern. "Entlassungen oder Einstellungen von Zeitungen oder Zeitschriften hat es bei uns bisher nicht gegeben. Wir hoffen, dass wir das auch in Zukunft vermeiden können", schreibt Döpfner an die Gäste des geplanten Neujahrsempfangs in Berlin.

Hintergrund der bisher einmaligen Streichliste von Festen, Partys und Galas sind die rückläufigen Werbeeinnahmen. Springer ist wie andere Zeitungs- und Zeitschriftenverlage von der Rezession betroffen. Gruner + Jahr beispielsweise rechnet mit dem Schlimmsten. Der Chef der Zeitschriftentochter des Medienkonzerns Bertelsmann, Bernd Kundrun, sagte zuletzt: "Wir müssen uns darauf einrichten, dass es schlimm wird. Das heißt, ich schließe auch zweistellige Rückgänge der Werbeerlöse im nächsten Jahr nicht aus." Insolvenzen seien nicht auszuschließen. Gruner hatte zuletzt drei Zeitschriften eingestellt und legt die Redaktionen seiner Wirtschaftsblätter in Hamburg zusammen.

Offenbar ist auch Springer stärker vom schwachen Anzeigenmarkt betroffen als noch vor wenigen Monaten vermutet. Noch im November bestätigte der Berliner Konzern seine Umsatz- und Gewinnprognose. Springer will in diesem Jahr seine Erlöse ebenso steigern wie die Einnahmen. Das um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) soll über dem Vorjahreswert von 434 Mio. Euro liegen. Bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte Döpfner: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." In den ersten neun Monaten steigerte Springer den Umsatz um 8,1 Prozent auf 1,99 Mrd. Euro. Das Ebitda stieg um 4,1 Prozent auf knapp 307 Mio. Euro.

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