Balkan
Serbien zeigt Telekom Austria die kalte Schulter

Die Telekom Austria hat ihr Angebot für Anteile des serbischen Konkurrenten erhöht. Doch eine Expertengruppe hat das Gebot als nicht ausreichend zurückgewiesen.
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Belgrad/Wien Auch ein verbessertes Angebot der Telekom Austria für den serbischen Telefonkonzern Telekom Srbija stößt in dem Balkanland nicht auf Gegenliebe. Eine von der serbischen Regierung eingesetzte Expertengruppe lehnte die bis zu 1,1 Milliarden Euro schwere Offerte des österreichischen Konzerns am Mittwoch ab. "Die Arbeitsgruppe hat das Angebot geprüft und vorgeschlagen, dass die Regierung es ablehnt", teilte das serbische Finanzministerium mit. Die Offerte der Telekom Austria erfülle nicht die finanziellen Bedingungen für einen Verkauf

Die Österreicher wollen 51 Prozent an dem Staatsunternehmen kaufen - 31 Prozent davon aus dem Besitz Serbiens und 20 Prozent vom griechischen Telekomkonzern OTE. Das Land will aber, dass das Gesamtpaket nicht für weniger als 1,4 Milliarden Euro verkauft wird.

Preispoker mit ungewissem Ausgang

Nach Angaben aus serbischen Regierungskreisen ist die Entscheidung der Experten richtungsweisend für die Regierung: "Die Regierung, die das letzte Wort hat, könnte sich immer noch dazu entscheiden, das Angebot anzunehmen oder weitere Gespräche führen, aber das ist sehr, sehr unwahrscheinlich", sagte ein Regierungsvertreter. Die Arbeitsgruppe wird von einem serbischen Finanzstaatssekretär geleitet und ist mit Beratern - unter anderem der Citigroup - besetzt.

Der Preispoker um die Telekom Srbija läuft bereits seit Monaten - mittlerweile sind die Österreicher die einzigen verbleibenden Bieter. Zuletzt hatten sie für die Mehrheit an dem Unternehmen bis zu 950 Millionen Euro geboten und zusätzlich Investitionen von 450 Millionen Euro versprochen. Für das auf bis zu 1,1 Milliarden Euro erhöhte Angebot will die Telekom aber nicht nur den 51-Prozent-Anteil, sondern auch zusätzliche Lizenzen und Netzkapazitäten, die bislang nicht Gegenstand der Verhandlungen waren. Mit der Übernahme würde sie zum Marktführer am Balkan aufsteigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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