Bastei-Lübbe baut Netflix für Bücher: All you can read

Bastei-Lübbe baut Netflix für Bücher
All you can read

Musik, Serien und Filme gibt es im Abo – Bücher noch nicht. Das will Bastei-Lübbe ändern: Leser können über eine Online-Plattform Serieninhalte streamen. Das neue Geschäft soll den Umsatz binnen weniger Jahre verdoppeln.
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KölnNetflix und Spotify sind das Vorbild: Der Kölner Verlag Bastei-Lübbe will Romanserien und Hörbücher künftig im Abo anbieten. Ab 2016 sollen Leser über die Online-Plattform Beam Inhalte streamen können. „Das haben wir uns ein bisschen von Netflix abgeguckt“, sagte Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack dem Handelsblatt am Dienstag.

Schierack hat ehrgeizige Ziele: Bis 2020 will er 24 Millionen Nutzer in aller Welt gewinnen und rund 400 Millionen Euro Umsatz machen. Nach Abzug von Lizenzen und Ausschüttungen an Partner sollen davon bis zu 100 Millionen Euro in die Bilanz des Kölner Unternehmens einfließen. Geht der Plan auf, würde es seinen heutigen Erlös somit innerhalb weniger Jahre verdoppeln.

Bastei-Lübbe ist mit seinen Romanheften groß geworden. Dieses Prinzip überträgt der Verlag nun auf die digitale Welt und kann dabei auf einen großen Fundus eigener Inhalte zurückgreifen. „Die Menschen gewöhnen sich immer mehr daran, einmal im Monat zu zahlen und dann so viele Medien zu konsumieren, wie sie möchten“, sagte Digitalvorstand Jörg Plathner bei der Investorenkonferenz.

Ähnlich wie Spotify will Bastei-Lübbe nicht nur ein kostenpflichtiges Abo anbieten, sondern auch eine kostenlose, werbefinanzierte Version. Der Verlag kalkuliert damit, dass jeder vierte Nutzer sich für die Flatrate entscheidet, die in Deutschland rund fünf Euro kosten soll. Auch die Anzeigen sollen sich rentieren: „Wir erreichen eine einkommensstarke Käuferschicht, das ist für die Werbeindustrie interessant.“

Zunächst tritt der Verlag in Vorleistung: In den nächsten zwei Jahren kalkuliert er mit Ausgaben von 15 bis 20 Millionen Euro – 4 bis 4,5 Millionen Euro für den Aufbau der Plattform, einiges für Inhalte, den großen Rest fürs internationale Marketing. Denn ab 2016 sollen Inhalte auf Deutsch und Englisch erscheinen, ab 2017 auch auf Spanisch und Portugiesisch, ab 2018 auf Mandarin.

„Wir wollen das nicht alleine machen“, betont Schierack, ein Investor könne sich an der GmbH beteiligen und unter Umständen sogar die Mehrheit übernehmen. Ein anderer großer Verlag soll einen Teil der Inhalte liefern. Und auch beim Marketing sucht der Verlag Partner: „Wir wollen mit Firmen wie Netflix und der Telekom reden, die unsere Flatrate vermarkten können.“ Gelingt das, könnten die Buchfolgen die TV-Serie ergänzen.

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  • Ein werbefinanziertes Angebot wo man auf Smartphones und Tablets kostenlos lesen kann gibt es doch mit readfy schon. Auch ein Bezahl-Modell ist nicht neu, hier gibt es seit Jahren skoobe. Ich wüsste nicht was daran neu sein soll...

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