Beatlemania
Beatles sollen EMI retten

Zurück in die Zukunft – ein Blick auf die Hitparaden in den USA und Großbritannien wirkt in diesem Herbst fast wie eine Zeitreise in die 60er-Jahre. Rund vierzig Jahre nach dem Auseinanderbrechen der Beatles regieren die Fab Four noch einmal die Charts. Die Renaissance der Beatles soll den angeschlagenen Musikkonzern EMI sanieren.

LONDON. Die Neuauflage der überarbeiteten Alben der Supergruppe aus Liverpool hat für eine Renaissance der Beatlemania gesorgt. In den Vereinigten Staaten, dem größten nationalen Musikmarkt der Welt, waren in den Verkaufscharts des Online-Händlers Amazon zeitweise neun Beatles-Veröffentlichungen unter den 20 erfolgreichsten Alben. In England rangierten sechs Platten der Pilzköpfe unter den Top-Ten.

Das sind vor allem für EMI gute Nachrichten. Die Traditionsfirma, die die Beatles unter Vertrag hat, ist finanziell schwer angeschlagen. Sie kann das Geld, das ihr diese Nostalgiewelle in die Kasse schwemmt, dringend gebrauchen – frei nach dem legendärren Songtitel „With a little help from my friends“. Rund fünf Millionen Exemplare hat EMI weltweit auf den Markt gebracht, inzwischen sind die Beatles-Alben in vielen Ländern ausverkauft. Allein in Japan, Nordamerika und Großbritannien gingen 2,3 Mio. Beatles-Alben über den Ladentisch.

EMI leidet wie die gesamte Branche unter dem Einbruch der CD-Verkäufe. Wie viele traditionelle Musikfirmen haben die Briten viel zu lange auf die Silberscheiben als Hauptumsatzträger gesetzt. „Die Musikfirmen kämpfen noch immer mit der enormen Menge illegaler Musik aus dem Internet“, lautet der Befund des Internationalen Verbands der Musikindustrie IFPI. Etwa 40 Mrd. Musikdateien wurden 2008 illegal heruntergeladen und brachten den Künstlern und Produzenten keinen Cent ein.

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass der Verkauf von Singles und Alben im Internet 2008 zum sechsten Mal in Folge stieg und für einen Umsatz von 2,8 Mrd. Euro sorgte. Dagegen sind die CD-Verkäufe in den USA um 15 Prozent geschrumpft.

Bei EMI wird die Branchenmisere durch hausgemachte Probleme verschärft. 2007 wurde die Firma vom Private Equity-Investor Guy Hands und dessen Gesellschaft Terra Firma für 3,2 Mrd. Pfund geschluckt. Hands hat mittlerweile zugegeben, dass er, hätte er die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise geahnt, die Finger davon gelassen hätte. Wegen der wirtschaftlichen Probleme musste Terra Firma inzwischen rund die Hälfte des Kaufpreises abschreiben.

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