Becker, JBL, AKG
Finanzinvestoren greifen nach Harman

Die Private-Equity-Firma Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) will zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs den amerikanischen Elektronikspezialisten Harman International Industries übernehmen. Das Unternehmen ist kaum bekannt, seine Marken dagegen genießen Weltruhm.

tor NEW YORK. Die beiden Finanzinvestoren bieten rund 7,8 Mrd. Dollar, das entspricht einer Prämie von 17 Prozent auf den letzten Börsenkurs. Das Private-Equity-Geschäft weist allerdings eine Besonderheit auf. Die Anteilseigner von Harman erhalten entweder 120 Dollar in bar für ihre Anteile, oder sie können ihre bisherigen Aktien gegen Papiere an dem neuen Unternehmen eintauschen. Maximal könnten sie damit einen Anteil von 27 Prozent an dem US-Unternehmen erhalten. Damit hätten die Aktionäre die Möglichkeit, „am künftigen Wachstum von Harman teilzuhaben“, sagte Firmengründer Sidney Harman. Er selbst tauscht die Hälfte seines Anteils von 5 Prozent ein.

Bislang haben Private-Equity-Firmen solche Angebote vermieden. Nachdem jedoch Aktionäre immer öfter über die ihrer Meinung nach zu niedrigen Verkaufspreise bei Buyout-Geschäften murren, versuchen die Investoren zusätzliche Anreize zu bieten. Allerdings stieg der Börsenkurs von Harman am Donnerstag auf bis zu 125 Dollar – ein Zeichen dafür, dass die Altaktionäre noch einen Preisaufschlag erwarten. Das Unternehmen hat 50 Tage Zeit, um andere Kaufangebote einzuholen.

Harman ist vor allem durch seine Audiogeräte bekannt. Zum Konzern gehören etliche bekannte Marken: Der österreichische Mikrofon- und Kopfhörer-Hersteller AKG. der deutsche Autoradio-Bauer Becker, der Hifi-Anlagen-Hersteller Harman Kardon oder die Unterhaltungselektronik-Firma JBL. Die Tochter Becker liefert auch BMW und Mercedes-Benz zu. Die gesamte Gruppe hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 3,2 Mrd. Dollar und erwirtschaftete einen Gewinn von 255 Mill. Dollar.

KKR hat in den vergangenen zwölf Monaten Firmenübernahmen im Volumen von rund 200 Mrd. Dollar angekündigt. Goldman Sachs hat gerade 20 Mrd. Dollar für einen neuen Buyout-Fonds eingesammelt.

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