Bedrohtes Online-Banking
FBI und Microsoft gelingt Schlag gegen Cyber-Diebe

Mehr als eine halbe Milliarde Dollar räumten sie mit Hilfe ihrer Schadsoftware von Bankkonten ab. Die US-Bundespolizei setzt den Computerattacken eines Cyber-Ring nun ein Ende. Softwarekonzern Microsoft hilft dabei.
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BostonDer US-Bundespolizei ist zusammen mit dem Softwarekonzern Microsoft und nationalen Behörden ein Schlag gegen das organisierte Cyber-Verbrechen gelungen. In einer Großoffensive in mehr als 80 Ländern wurden etwa 1.000 von geschätzten 1.400 Computer-Netzwerken des Cyber-Rings Citadel Botnets abgeschaltet. Die Kriminellen sollen in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 500 Millionen Dollar von Bankkonten gestohlen haben. Dafür infizierten sie weltweit Computer mit schadhafter Software und stahlen beispielsweise Online-Banking-Daten.

Die Citadel Botnets sollen nach Angaben von Microsoft bis zu fünf Millionen PCs weltweit gehackt haben. Die meisten infizierten Adressen entdeckten die Experten in Europa, Hongkong, Indien, Singapur, Australien und den USA. Auch Dutzende von Banken und Finanzinstitute waren im Visier der Täter: American Express, Bank of America, Citigroup, Credit Suisse, PayPal von Ebay, HSBC, JPMorgan Chase, Royal Bank of Canada und Wells Fargo. Die Drahtzieher sind noch auf freiem Fuß. Allerdings dürfte der Schlag gegen das Netzwerk die kriminellen Kapazitäten deutlich reduziert haben.

Botnets nutzen die geballte Rechenkraft von abertausenden gekaperten Computern etwa zum Versand von Spam-E-Mails oder für Angriffe über das Internet auf Unternehmen oder sogar auf Staaten. Der Wortbestandteil „Bot“ kommt von Roboter und soll ausdrücken, dass ein Computer ferngesteuert wird. Mit Hilfe der Schadprogramme können Internetkriminelle auch Passwörter, Bankdaten und andere persönliche Informationen von Nutzern ausspähen.

„Früher machten sie Überfälle, heute agieren Kriminelle mit Mausklicks“, sagte Internet-Experte Greg Garcia, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Innenministeriums, der mittlerweile für die Finanzbranche arbeitet. Die Ermittlungen begannen den Angaben zufolge Anfang des Jahres, Microsoft und FBI stießen dann auf das Botnet „Citadel“.

Gesucht wird nun nach dem wichtigsten Mann hinter der Citadel Software - als John Doe oder auch unter dem Decknamen „Aquabox“ bekannt. Er gilt als Erfinder und Gründer des Botnets. Die Behörden versuchen den Angaben nach, seine Identität herauszufinden. Es wird vermutet, dass er sich in Osteuropa aufhält. Er soll mindestens 81 Helfer haben, die diese illegalen Computernetze weltweit verwalten.

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Microsoft kämpft gegen Botnets

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