Bei EMI-Kauf
EU fordert Zugeständnisse von Universal

Bei der geplanten Übernahme des Plattenlabels EMI durch Universal befürchtet die EU eine grundlegende Veränderung der Musikindustrie. Offenbar verlangt Brüssel von Universal nun eine Reduzierung der Marktanteile.
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BrüsselDie EU-Kommission verlangt vom weltgrößten Musikkonzern Universal bei der Übernahme des Plattenlabels EMI offenbar Zugeständnisse. Die Brüsseler Behörde befürchte, dass ein Zusammenschluss der Firmen die Musikindustrie grundlegend verändere und den Wettbewerb beeinträchtige, erklärten drei mit dem Vorgang Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. „Universal wird seinen Marktanteil deutlich reduzieren müssen“, sagte ein Eingeweihter. Die Wettbewerbsaufsicht habe von den Unternehmen in ihrem fast 200 Seiten langen Dokument zu Vorbehalten gegen den 1,9 Milliarden Dollar schweren Kauf Zugeständnisse gefordert, ohne welche die Übernahme blockiert würde.

Die EU-Kartellwächter hatten im Februar begonnen, die geplante EMI-Übernahme durch die Vivendi -Tochter Universal darauf hin zu prüfen, ob der Wettbewerb in der Europäischen Union leidet. Eine Entscheidung darüber soll am 6. September fallen. Universal arbeitet eigenen Angaben zufolge an einer Antwort auf die Vorbehalte der Wettbewerbshüter. Der Marktanteil der beiden Musikfirmen liegt beim digitalen Vertrieb über iTunes oder Spotify in Europa bei knapp 40 Prozent. Die EU-Behörde akzeptiere nicht das Argument, die Verhandlungsmacht der großen Online-Händler wie Apple und Amazon begrenze den Markteinfluss, hieß es.

Das hoch verschuldete Traditionshaus EMI wird zerschlagen. Universal übernimmt für 1,9 Milliarden Dollar das Tonträger-Geschäft, das Hits von Bands wie den Beatles oder den Beastie Boys umfasst. Die Vivendi-Tochter hat unter anderem bereits Lady Gaga, Rihanna oder U2 unter Vertrag. Ein Konsortium unter Führung des japanischen Unterhaltungs- und Elektronikkonzerns Sony kauft für 2,2 Milliarden Dollar den lukrativen Musikrechte-Katalog. Um diesen hatte sich auch das Gemeinschaftsunternehmen BMG Rights Management von Bertelsmann und dem Finanzinvestor KKR beworben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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