„Beispielloser Eingriff“
Agentur wirft US-Regierung Bespitzelung vor

In einem empörten Brief hat sich der Chef der weltgrößten Nachrichtenagentur Associated Press (AP) beim US-Justizministerium beschwert. Dieses soll heimlich Telefonate abgehört haben, um an Terror-Recherchen zu kommen.
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New York/WashingtonDie US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ist nach eigenen Angaben vom Justizministerium bespitzelt worden. Die Behörde habe sich heimlich die Verbindungsdaten von mehr als 20 Anschlüssen des Medienunternehmens und seiner Journalisten beschafft, teilte AP am Montag mit.

Telefonate von AP-Mitarbeitern seien zwei volle Monate lang heimlich mitgeschnitten worden, kritisierte AP-Chef Gary Pruitt in einem am Montag bekannt gewordenen Brief an US-Justizminister Eric Holder. Dabei seien mehr als 20 Telefonanschlüsse, darunter auch Handys und Privatanschlüsse von AP-Mitarbeitern, abgehört worden.

Pruitt schrieb dazu, er verurteile „auf das Schärfste einen massiven und beispiellosen Eingriff“ in die Arbeit seiner Nachrichtenagentur. Wie AP in einer Pressemitteilung erläuterte, stehen die Abhöraktionen vermutlich im Zusammenhang mit Ermittlungen zur widerrechtlichen Herausgabe von Informationen über einen vereitelten Terroranschlag, über den AP im Mai 2012 berichtet habe.

Dabei seien Details über einen CIA-Einsatz im Jemen enthüllt worden, mit dem im Frühling 2012 Al-Kaida-Pläne für einen Bombenanschlag auf ein Flugzeug auf dem Weg in die USA durchkreuzt worden seien. Die US-Regierung habe sich unter anderem die Telefonnummern von fünf Journalisten und einem Redakteur verschafft, die an diesen Recherchen beteiligt gewesen seien.

Es könne „keine mögliche Rechtfertigung für eine solche überbordende Sammlung der Telefonkommunikation“ geben, schrieb AP-Präsident Pruitt in dem Brief, der im Internet veröffentlicht wurde.

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AP prüft rechtliche Schritte

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  • Warum sollte es der Presse anders gehen als dem einfachen
    Bürger ? Werden nicht sämtliche Telefonate 1/2 Jahr gespeichert, wegen dem universellen Terror-Verdacht ?
    Die Nachrichten-Agenturen sind auch ein Teil des Macht-
    Apparates - immerhin steuern sie zentral worüber und
    auf welche Art die einfachen Menschen informiert werden.
    Aber wie in jedem Macht-Apparat gibt es Misstrauen,
    Kontrollwut, Intriegen und Kleinkriege zwischen verschied.
    Grüppchen. Also : nicht aufregen über Bespitzelung etc.,
    einfach vorsichtiger werden, BIG BROTHER gibts schon lange.

  • Aber: es gibt inzwischen Technologien, mit deren Hilfe man sich wehren kann und die sind nochdazu opensource. Welche ich meine? Diese hier:

    a) die neue Sorglos-Box

    Dazu mal mehr hier:

    http://blog.zdf.de/hyperland/2012/11/offene-wlans-sorglos-box-verspricht-hilfe/

    oder auch hier:

    http://www.giga.de/spiele/crowdfundig-kickstarter-co/specials/wlan-fur-alle-die-sorglosbox-soll-offene-netze-vor-abmahnungen-schutzen/

    Dann gibt es noch das kleine, feine aber gemeine Tool TrueCrypt. Das Tool gibt es sowohl für Windows als auch für Linux (dient zum Abriegeln der Festplatte).

    Das findet ihr hier:

    http://www.truecrypt.org/

    Dann sollte man am besten noch einen VPN-Dienst verwenden. Diese sind kostenlos und gibt es wie Sand am Meer.

    Und dann rate ich allen, die Thunderbird benutzen ganz ehrlich: installiert die PGP-Erweiterung.

    Von daher: es gibt Mittel und Wege, wie man diesen Schnüfflern mal den Saft abdrehen kann. Und dass bedeutet: mittels dieser kleinen aber feinen Tools haben diese Schnüffler mal ausgeschnüffelt!!

  • Sodele und hier noch ein Update über ECHELON für alle:

    http://www.focus.de/wissen/technik/tid-25344/sicherheitswahn-der-ueberwachungsstaat-der-zukunft-was-echelon-kann-_aid_727048.html

    Ursprünglich sollte Echelon mittels weltweit verteilter Antennenanlagen (bis 2004 stand eine davon im bayrischen Bad Aibling) den Funkverkehr der Sowjetunion und ihrer Verbündeten erlauschen. Heute gehört der Kampf gegen den internationalen Terrorismus und Rauschgiftschmuggel zu den Aufgaben, doch auch Regierungs- und Diplomatenpost sowie Botschaften und Militäreinrichtungen werden ausspioniert. Im Jahr 2001 kam ein Report des EU-Parlaments zu dem Schluss, dass Echelon auch der Wirtschaftsspionage dient.

    Die Schnüffler können sich in den Funkverkehr zwischen Nachrichtensatelliten und Bodenstationen sowie die Übergabestellen von Überseekabeln an Land einklinken und die Mikrowellensignale von Richtfunkstrecken abhören. Fast der gesamte weltweite Telefon-, Fax- und E-mail-Verkehr lässt sich so überwachen. Längst gehören auch Spionagesatelliten und –flugzeuge zum Überwachungsarsenal.


    Suche nach Schlüsselwörtern
    Der abgefangene Datenstrom wird in riesige Computerfarmen geleitet und dort im Stundentakt von einem speziellen Softwaresystem analysiert. Es sucht nach Schlüsselwörtern, die jeder Signatarstaat in einem eigenen „Wörterbuch“ festlegen kann. Verdächtig sind natürlich Begriffe wie „Bombe“, „Sprengstoff“ oder ähnliches. Zudem versucht das System, den Kontext zu erkennen, was dem jungen Iren in L. A. zum Verhängnis geworden sein dürfte. Neben der Texterfassung stehen Buchstaben- und Spracherkennungssysteme zur Verfügung. Verdächtige Nachrichten werden an die beteiligten Geheimdienste weitergereicht, federführend dabei ist vermutlich die „National Security Agency“, die als geheimster aller US-Geheimdienste gilt.


    Von daher: wir müssen uns endlich dagegen wehren und erste Technologien sind auch schon da wie die neue Sorglos-Box.

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