Belgier investieren
Kleines Jobwunder bei BenQ Mobile

Vor gut einem halben Jahr ging der letzte deutsche Handyhersteller BenQ Mobile pleite. 3 000 Mitarbeiter verloren ihren Job. 50 von ihnen kommen nun wieder in Lohn und Brot – und das auch noch in bekannter Umgebung.

HB MÜNCHEN/KAMP-LINTFORT. Wie Insolvenzverwalter Martin Prager am Freitag mitteilte, übernimmt der belgische Funktechnologie-Hersteller Option Teile der früheren Entwicklungsabteilung. In Kamp-Lintfort sollen dabei rund 50 ehemalige Ingenieure aus dem Bereich Forschung und Entwicklung eingestellt werden. Der auf kabellose Breitband-Datenübertragung spezialisierte Hersteller übernimmt zudem Labore und Ausstattung der BenQ-Entwicklungsabteilung. Das 500 Mitarbeiter zählende belgische Unternehmen schafft damit nach Adelsried nahe Augsburg einen zweiten Standort in Deutschland. Zum Kaufpreis wollte der Insolvenzverwalter keine Angaben machen.

Der asiatische Elektrokonzern BenQ hatte seine deutsche Handytochter im vergangenen Herbst ein Jahr nach der Übernahme von Siemens nach hohen Verlusten in die Insolvenz geschickt, indem er den Geldhahn zudrehte. Über den Kauf der Siemens-Sparte ist allerdings auch BenQ selbst in schwere Bedrängnis geraten.

Knapp ein halbes Jahr nach dem Zusammenbruch von BenQ Mobile haben Kreisen zufolge gut 1000 Mitarbeiter des Handybauers einen neuen Job gefunden. Zwei Transfergesellschaften hätten damit etwa 40 Prozent jener Menschen einen neuen Arbeitgeber vermittelt, die zum Jahreswechsel von der Arbeitslosigkeit bedroht waren, hieß es am Montag aus dem Umfeld der Beschäftigungsfirmen. Die Gesellschaften in München und Nordrhein-Westfalen werden vor allem von Siemens finanziert, dem früheren Mutterkonzern des Handyherstellers.

Siemens selbst hat nach eigenen Angaben rund 300 einstige BenQ-Beschäftigte eingestellt. Davon sei ein Teil aus den Beschäftigungsgesellschaften gekommen. Zum Jahresbeginn waren 2 450 der ursprünglich gut 3 000 Mitarbeiter der früheren Siemens-Handysparte in die Jobgesellschaften gegangen. Dort können sie in der Regel ein Jahr lang bei weiterlaufenden Bezügen nach einem Job suchen.

Auktion

Insolvenzverwalter Prager versteigert gerade die letzten Reste von BenQ Mobile. Seit Montag bietet ein Auktionshaus 3 500 Gegenstände im Internet an. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Messgeräte und Zubehör. Vom 12. bis 14. Juli kommen größere Produktionsanlagen auf dem ehemaligen Werksgelände unter den Hammer. Ursprünglich habe das zu versteigernde BenQ-Sachvermögen rund 30 000 Positionen beinhaltet, hatte eine Sprecherin Pragers gesagt. Ein großer Teil sei aber bereits vorab an Interessenten verkauft worden, so dass das mobile Vermögen nur noch 10 000 Stück umfasse.

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