Belogen und betrogen Ashley Madisons falsches Spiel mit Fremdgängern

Kürzlich hatten Hacker Daten von 32 Millionen Nutzern des Seitensprung-Portals Ashley Madison online veröffentlicht. Sie werfen dem für die Webseite verantwortlichen Konzern ALM vor, seine Kunden betrogen zu haben.
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Das Seitensprung-Portal Ashley Madison steht in der Kritik. Quelle: Reuters
Gefährliche Liebschaften

Das Seitensprung-Portal Ashley Madison steht in der Kritik.

(Foto: Reuters)

Die Anmeldung bei Ashley Madison ist kostenlos, doch die Betreiber kassieren dennoch ab: Wenn ein Nutzer möchte, dass sein Profil vollständig gelöscht wird, bitten sie ihn zur Kasse: 20 US-Dollar müssen sie zahlen, damit ihre Daten von der Webseite verschwinden. Außerdem müssen sie zahlen, um ein Gespräch mit anderen Nutzern zu starten. Mit diesem trickreichen Konzept soll Avid Life Media (ALM) allein im Jahr 2014 über eine Millionen Dollar verdient haben, berichtet die britische Zeitung „The Guardian“.

Die Hacker-Gruppe mit dem Namen “The Impact Team” zeigte durch die Veröffentlichung der Daten: Das Versprechen, dass ein Mitglieder-Profil bei Ashley Madison gegen Bezahlung komplett gelöscht werde, ist eine Lüge. Die Daten bleiben weiterhin gespeichert.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ALM mit dem Vorwurf des Betruges konfrontiert sieht: Bereits 2013 wurde die Anklage erhoben, etliche weibliche Profile bei Ashley Madison seien gezielt gefälscht worden, damit die überwiegend männlichen Nutzer dafür zahlen, die vermeintlich potenziellen Seitensprung-Partnerinnen zu kontaktieren.

In einer Stellungnahme erklärte ALM: „Hier geht es nicht um eine Hacker-Attacke, hier geht es um eine kriminelle Handlung. Die Kriminellen haben sich selbst zu moralischen Richtern, Geschworenen und Henker erklärt und wollen ihre persönlichen Moralvorstellungen der gesamten Gesellschaft aufzwingen.” Mit Journalisten wollen die Betreiber des Portals jedoch offenbar nicht über die Vorwürfe sprechen. Nach Angaben des „Guardian“ haben sie auf die Nachfrage der Zeitung bislang nicht reagiert.

Die Berichterstattung des Vice-Autoren Joseph Cox hingegen bekämpfen sie aktiv – mit dem Datenschutz-Gesetz. Cox twitterte Fotos, die Details wie Gebäudepläne des Unternehmens oder den ALM-Gesellschaftern preisgaben und erhielt nur wenige Stunden danach die Nachricht, einige dieser Tweets seien unter Berufung auf das Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gelöscht worden. Angeleiert wurde dies von Avid Life Media.

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