BenQ-Mobile-Pleite
Infineon hofft auf neue Handy-Aufträge

Die Insolvenz seines wichtigsten Mobilfunkkunden BenQ Mobile bringt den Münchener Chipproduzent Infineon schwer in Bedrängnis. Der Zeitplan, die verlustreiche Kommunikationssparte wieder ins Plus zu hieven, steht auf der Kippe. Doch bei Infineon ist man zuversichtlich, den Umsatzausfall ohne schwere Schäden zu überstehen.

MÜNCHEN. „Der Umsatzausfall lässt sich natürlich nicht so einfach wegdrücken. Aber wir haben bereits neue Kunden gewonnen und werden noch weitere Aufträge melden“, sagte am gestrigen Dienstag Hermann Eul, der bei Infineon für das Handygeschäft zuständige Vorstand am Rande einer Handelsblatt-Tagung zur Halbleiterindustrie in München.

Die BenQ-Pleite hat Infineon schwer in Bedrängnis gebracht. Denn durch die Insolvenz wackelt der Zeitplan, die verlustreiche Kommunikationssparte wie geplant bis Mitte nächsten Jahres in die schwarzen Zahlen zu bringen. 15 Prozent aller Umsätze erwirtschaftete die Sparte zuletzt mit BenQ Mobile. Die Firma war damit der wichtigste Kunde des Bereichs. Für den gesamten Konzern sind es fünf Prozent der Einnahmen. Wie viel davon künftig noch übrig bleibt, ist völlig unklar.

„Wir analysieren die Situation und werden dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen“, sagte Eul. Um welche Schritte es sich handeln könnte, wollte der Manager nicht verraten. Dass die Lage auch zwei Wochen nach der Pleite noch so verworren ist, hat mehrere Gründe. Denn es sind nur Werke von der Insolvenz betroffen, die zur in München angesiedelten Zentrale von BenQ Mobile gehören. Andere Fabriken, etwa in Asien, sind der Konzernmutter BenQ in Taiwan zugeordnet und können weiter arbeiten. Dorthin könnte Infineon seine Chips auch weiterhin liefern.

Die Kommunikationssparte ist eine der zwei Säulen, auf denen Infineon steht. Den dritten Pfeiler, die Speicherchips, hat der Münchener Konzern abgespalten und unter dem Kunstnamen Qimonda im August an die Börse gebracht. Deshalb ist es für die frühere Siemens-Tochter jetzt so wichtig, die Kommunikation so schnell wie möglich in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Europas größter Chiphersteller bemüht sich seit Jahren, von seinem Hauptkunden BenQ Mobile, der früheren Handysparte von Siemens, unabhängiger zu werden. Mit Firmen wie Panasonic in Japan und LG sowie Samsung in Korea sind die Bayern in den vergangenen Monaten auch schon ins Geschäft gekommen.

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