08.03.2007

Für 2007 Wachstum erwartet: BenQ-Pleite lässt deutsche Chipbranche schwächeln

Die Pleite des Handy-Herstellers hat nicht nur für die direkten Beschäftigten und Kunden des Unternehmens Folgen, sondern zieht eine ganze Halbleiter-Branche in Mitleidenschaft. Doch die Hersteller wollen sich davon nicht lange ausbremsen lassen.

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HB MÜNCHEN. Der deutsche Halbleitermarkt wird nach einem Durchhänger wegen der Pleite des Handyherstellers Benq Mobile nach Einschätzung des Branchenverbands ZVEI in diesem Jahr auf den Wachstumspfad zurückkehren. "Die Elektronikindustrie kann sich in Deutschland eigentlich nicht beklagen", sagte ZVEI -Experte Ulrich Schaefer am Donnerstag in München. Er rechne mit einem Anstieg des heimischen Halbleitermarkts in diesem Jahr um fünf Prozent auf knapp zwölf Mrd. Euro. Dabei profitieren die Unternehmen vor allem von der weiter steigenden Nachfrage aus der Automobilindustrie.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Halbleiterumsätze in Deutschland schwächer entwickelt als im Rest der Welt und Europas. Die Erlöse seien auf Euro-Basis um gut drei Prozent gesunken, sagte Schaefer. "Hauptgrund ist sicher die Verlagerung der Handyindustrie aus Deutschland heraus", sagte er. Im Herbst 2006 war Benq Mobile Pleite gegangen, zuvor waren die Marktanteile bereits deutlich gesunken. Etwas abgemildert wurden die Einbußen durch die gute Entwicklung im Auto-Segment. In die Fahrzeuge wird immer mehr Elektronik verbaut. Die Umsätze der Halbleiter-Industrie mit Kunden aus der Autoindustrie legten so im vergangenen Jahr in Deutschland um zwölf Prozent zu.

Die weltweite Halbleiter-Industrie legte im vergangenen Jahr laut ZVEI um knapp neun Prozent auf 247,7 Mrd. Dollar zu. "Erstmals in der Geschichte der Mikroelektronik verzeichnet die Umsatzentwicklung auf dem Weltmarkt über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren ein stetiges Wachstum", sagte Schaefer. In diesem Jahr rechnet der Verband mit einem weiteren Anstieg des Weltmarkts um etwa acht Prozent auf knapp 270 Mrd. Dollar. Auch für 2008 seien viele Experten zuversichtlich.

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