Beobachter sprechen von schwerem Rückschlag
Softwarehaus SCO verliert erneut Investor

Der Risikokapitalgeber Bay Star Capital trennt sich von Aktienpaket des umstrittenen Unternehmens, das mit Milliardenklagen gegen Linux-Anwender für Aufsehen sorgte.

dpa LINDON. Das umstrittene US-amerikanische Softwarehaus SCO Group, das mit Milliardenklagen gegen Linux-Anwender weltweit in die Schlagzeilen kam, hat erneut einen Großinvestor verloren. Die Risikokapitalgesellschaft Bay Star Capital wird ihre 40 000 SCO- Vorzugsaktien an die SCO-Group zurückgeben, teilte das Softwareunternehmen mit. Bay Star wird für das Aktienpaket 13 Mill. $ in bar sowie 2,1 Millionen gewöhnliche SCO-Aktien erhalten. SCO beansprucht die Rechte am Computerbetriebssystem Unix für sich und wirft den Entwicklern des freien Systems Linux vor, Programmcodes aus Unix widerrechtlich verwendet zu haben. In diesem Zusammenhang hat SCO Milliardenklagen gegen den Computerkonzern IBM sowie gegen Linux-Anwender wie Daimler-Chrysler und Auto Zone eingereicht. In einem weiteren Verfahren streitet sich SCO um das Urheberrecht an Unix mit dem Softwarehaus Novell. Bay Star und die Royal Bank of Canada (RBC) hatten 2003 rund 50 Mill. $ in SCO investiert. Anfang Mai verkaufte die RBC zwei Drittel ihrer Anteile an Bay Star und verwandelte den Rest der Vorzugsaktien in normale SCO-Papiere. Der Kurs fiel vom Rekordhoch im Oktober 2003 von 22,29 $ auf 4,75 $. Branchenbeobachter werten den Ausstieg von Bay Star als schweren Rückschlag für den Linux-Kläger.

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