Beratergremium zieht Zwischenbilanz
Telekom verschärft Datenschutz-Regeln

Die Deutsche Telekom führt strengere Regeln ein, um den Missbrauch von Kundendaten zu verhindern. Künftig soll bei Aufträgen an externe Dienstleister, wie Detektivbüros, „das Sechs-Augen-Prinzip gelten“, sagte Lothar Schröder, Vorsitzender des Datenschutzbeirats des Konzerns. Die Telekom will damit vermeiden, dass sich Dinge wiederholen, die im Zuge des Schnüffelskandals ans Tageslicht gekommen sind.

BONN. Ein Mitarbeiter der Konzernsicherheit hatte offenbar in Eigenregie eine externe Firma mehrmals damit beauftragt, Telefonverbindungsdaten abzugleichen. Damit verstieß er gegen das Fernmeldegeheimnis.

Vor einem Jahr wurde bekannt, dass die Telekom Aufsichtsräte, Gewerkschafter und Journalisten hatte ausspionieren lassen, um vermeintliche Lecks ausfindig zu machen. Den Auftrag dazu sollen Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen beide wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen den Datenschutz.

Die Konzernsicherheit der Telekom vergab außerdem über Jahre hinweg Aufträge an externe Dienstleister, um Konten von Mitarbeitern, deren Angehörigen und Dritten durchleuchten zu lassen. Dies geht aus Telekom-Unterlagen und Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.

Um den Schutz sensibler Daten künftig zu gewährleisten, hat die Telekom unter anderem ein Vorstandsressort Datenschutz geschaffen und mit dem ehemaligen Chef-Justiziar Manfred Balz besetzt. Außerdem hat der Konzern einen Datenschutzbeirat mit unabhängigen Experten gegründet. Lothar Schröder, Verdi-Mitglied und Telekom-Aufsichtsrat, sitzt dem Beirat vor. Er ist gleichzeitig einer der Aufsichtsräte, die bespitzelt worden waren.

Schröder zog jetzt eine Zwischenbilanz der Beiratsarbeit. Zu den Ergebnissen gehört unter anderem: Die Telekom will ihre Zusammenarbeit mit externen Behörden wie etwa dem Bundeskriminalamt (BKA) auf eine neue Basis stellen. So soll das BKA nur dann Daten der Telekom bekommen, wenn es dafür eine rechtlich gesicherte Grundlage gibt. Personenbezogene Daten sollen „nicht mehr freiwillig“ an das BKA herausgegeben werden, sagte Schröder.

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