Bereich soll profitabler werden
Disney streicht Stellen in Filmsparte

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney will seine Filmsparte profitabler machen. Dazu ist der Abbau von einem Fünftel der Stellen in dem Bereich geplant. Außerdem werde man sich auf weniger Filme als bisher konzentrieren.

HB LOS ANGELES. Auch ein Führungswechsel bei der Filmproduktion und eine Stärkung der Marke Disney ist Teil der Umstrukturierung, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Disney hatte mit seinem Film-Geschäft zuletzt vier Quartale in Folge keine Gewinnsteigerung erzielt. Von der Reorganisation seien das Disney-Animations- und das kürzlich übernommene Zeichentrickfilm-Studio Pixar sowie das Miramax-Filmstudio, die Buena Vista Music Group und die Buena Vista Theatrical Productions nicht betroffen, hieß es.

Die erfolgreicheren Disney-Filme erhalten jetzt eindeutigen Vorrang, während die Touchstone-Filmproduktion massiv zurückgeschraubt wird. Den Plänen zufolge sollen künftig etwa zehn Filme pro Jahr unter der Marke Disney und zwei bis drei unter dem Label Touchstone produziert werden. Bislang lag die Gesamtzahl bei 14 bis 18 Produktionen, die sich gleichmäßiger auf beide Vertriebsmarken verteilten. Das Label Disney soll von Filmen ohne Altersbegrenzung auf Produktionen mit einer US-Freigabe ab 13 Jahren erweitert werden, während Streifen für ein älteres Publikum auf Touchstone beschränkt bleiben.

Weltweit sollen bei den Disney-Studios im Laufe der kommenden Monate rund 650 Stellen wegfallen. Außerdem wird die Produktionschefin Nina Jacobson durch den bisherigen Marketingleiter Oren Aviv abgelöst. Jacobson war seit 1998 für die Filmproduktion und die Entwicklung von Spielfilmen verantwortlich gewesen und gilt als treibende Kraft hinter Kassenschlagern wie „Fluch der Karibik“ und „The Sixth Sense“.

Der Chef der Disney-Filmsparte, Dick Cook, hatte sich laut Interview-Äußerungen seit mehr als einem Jahr mit Überlegungen für die Umstrukturierung getragen. Grund sei die Beobachtung gewesen, dass das Unternehmen den Anschluss an das zunehmend internationale Filmgeschäft verloren habe, sagte er. Das von Branchenbeobachtern auf 450 Mill. Dollar geschätzte Gesamtbudget für Filmproduktionen werde unverändert bleiben. Damit stehe mehr Geld für große Filme wie „Fluch der Karibik“ und „Die Chroniken von Narnia“ zur Verfügung, es würden aber auch weiterhin Filme mit mittleren und kleinen Budgets produziert werden.

Disney hatte in jüngster Zeit mit dem Super-Spielfilm-Hit „Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest“ bereits 266 Mill. Dollar in den USA eingespielt. Der von Pixar produzierte Zeichentrickfilm „Cars“ ist ebenfalls ein Kassenschlager. Disney hatte aber davor die Wall Street mit seinen Filmstudio-Geschäftsergebnissen enttäuscht und war im vergangenen Jahr in den USA auf den fünften Platz unter den Filmstudios abgerutscht.

Der Analyst David Miller von der Investmentbank Sanders Morris Harris sagte, die Pläne seien keine Reaktion auf einzelne Filme. Sie zielten darauf ab, die Kapitalrendite auf rund 15 Prozent zu steigern.

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